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45 Hier lafs mich ruhu. Ich sehe mir zu Füfsen
Italiens teure, weite Segensflur,Im Westen dort der Alpen hohen Wall.Wie lebt's im heil'gen Walde von der Vögel,Des Wildes muntrer, tausendstimm'ger Schar!
50 Doch wo der kühle Quell aus WaldesschattenHervorbricht, schwellen üppig weiche Gräser.Inmitten köstlich prangt ein Blumenhügel,Den keines Gärtners Hand so kunstvoll baute;Ihn schuf der Dichter holde, weise Freundin,
55 Ihn schuf Natur mit eigner Liebeshand.
Melodisch rauscht der Bach, die Vögel sehlagen.Wie ruht sich's weich auf grünem Rasenbett,Im Waldesfrieden, unterm Blätterdach,Vor Windeswehn durch Bergeshang gedeckt!
60 Des Hirten plumper Fufs, des Bauern KarstEntweihn die stille Stätte nie; es siehtDes Waldes Hüter sie voll Scheu und deutetAus sichrer Ferne mit dem Finger her. —Welch wunderbarer Duft! Die Stätte gleicht
65 Des Himmels Auen, keiner Erdenflur!In ihrem Frieden weilt die Muse gern.
Verstohlen eilt' ich her, es ahnt' es niemand.Noch war der frische Lorbeer nicht verwelktAn meiner Schläfe, keinen Monat war's,
70 Seit Romas Kapitol den Sänger sah,
Der von des jungen Ruhmes Glanz berauscht
Im Busen neue, fremde Regung spürte.
Hier nahte mir die Muse. Africa
Erschien im alten Glanz. Kein Schwanken mehr.
75 Da warf ich alles hinter mich und gab
Dem Lieblingswerk mich hin mit ganzer Seele!Nun ist der Platz mir teuer wie kein andrer,Ihm eil' ich zu, des hohen Ziels bewul'st.Hier soll mein Lied, bleibt nur das Glück mir treu,
80 Vollendung finden. Durch des Himmels GunstWird strahlend dann in höchster Schönheit GlanzMein Held, mein Scipio, mein HeldensangDie Welt durchziehn mit stolzem Siegeslauf!