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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Meinst du vielleicht, er soll die Abzugsgräben90 Im Siegersclimuck besuchen und sein Wappen,Mit Ruhm gekrönt, an ekle Türen heften?

Ich bin bekannt, wo mir's gefällt! Am Tiber')Tönt meines Liedes Lob; Neapolis,Das kunstbeflissne, preist es hoch; des Naso,95 Des Flaccus Heimat hält es hoch in Ehren;Auch jene Stadt, die voller Stolz zugleichDen Cicero, den Marius als BürgerDie ihren nennt, ja Gallien und die RhoneSind seines Ruhmes voll! Unmöglich kann100 So hohen Ruhmestiteln Schaden bringen

Der Stumpfsinn eines Fleckens, dem die GierNach schnödem Golde und nach Tafelfreuden,Nach Schlaf und Nichtstun zehnmal teurer istAls die erhabne Kunst.

In Mautua

105 Erwuchs Virgil, Verona sah Catull,Sah beide Plinius erblühn und hegtAuch heute noch manch edlen Dichtergeist. 2 )Antenors Stadt, wie war sie reich an Sängern! 3 )Zwar, die zur Zeit der Cimbern einst geblüht,

110 Mag niemand zählen, doch die GegenwartErfreut des Dichters sich aus Bergamo,Dem Padua ins Lockenhaar den Kranz

») P liebt es immer wieder zu betonen, dafe er in allen StädtenItaliens und darüber hinaus bekannt sei. Noch vollständiger als hier istdas Verzeichnis Ep. III, 9 Ad Zenobium Florentinum.

) Die Ansicht ltossettis, annot.9, dafs mit den modernen Dichtern(ch'ebbero ricovero in Verona), die in Verona lebten, Dante gemeint sei,ist sehr unwahrscheinlich. P. denkt sicher an Humanisten, die damals inVerona lateinische Verse machten; vielleicht Guglielmö da Pastrengooder Rainaldo da Verona. .

») Antenors Stadt = Padua; die Stelle ist dunkel. Wenn die Lesartrichtig ist, setzt P. hier eine Anzahl Dichter, die im Mittelalter in Padualateinische Verse gemacht haben, in Gegensatz zu einem Dichter derNeuzeit, der ebenfalls in Padua besondere Anerkennung fand. Unter denfrüheren Dichtern ist vielleicht der Paduaner Albertino Mussato gemeint,der Vorläufer Petrarcas; vgl. Voigt P, 17-19 über ihn und seinen Anhang.