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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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An solche Gröfsen reihn, vernimm, gleich ihmHat Rohert mich, der Herrscher aller Herrscher,So lang er Leben trug, geliebt; und jetztBlickt er aus Himmelshöhen mild herab110 Auf meine Kleinheit.

Kurz und gut, es schlingtDer Liebe Band um Pole sich und Länder,Verbindet Gras und Regen, Stein und Sterne,Vereinigt Berg und Tal, und Land und Meer,Verknüpfet Gott und Menschen, Höll' und Himmel.

11. Literarische Fehden. 1 )

(An Zoilus.)

Vom hohen Finge ziehst den DichtergeistDu niederwärts und lenkst die Feder mirAuf unwillkommnen Weg. Zu schweigen wäre

] ) Als Petrarca am 8. April 1311 in Rom auf dem Kapitol als Dichtergekrönt wurde, hatte noch keine von ihm veröffentlichte lateinische Dich-tung bewiesen, dafs er wirklich derneue Virgilius" werden würde. Nurseine nächsten Freunde und vielleicht König Robert von Neapel konntenein Urteil haben, ob seine Entwürfe ihm Aussichten auf diesen Ruhmeröffneten. Um so mehr aber war es P.s Pflicht, nach der Dichterkrönungaller Welt zu beweisen, dafs er ein grofser Dichter sei. Indessen dasverheifsene Epos Africa blieb aus; unablässig feilte der Dichter daran undhinterlielk es zuletzt unbeendigt. Dasan Zoilus" überschriebene Ge-dicht zeigt, welchen Angriffen P. infolge seines Verhaltens ausgesetzt war.

Ein uns dem Namen nach nicht bekannter Gegner hatte P. Vorwürfegemacht, weil er ohne dichterische Verdienste als Dichter gekrönt wordensei. Der Angriff, dessen Berechtigung P. sicher empfunden hat, war umso unangenehmer, als der Gegner sich nicht offen an P. wandte, sondernden Namen eines gemeinsamen Bekannten zu diesem Angriff miJ'sbrauchte.P. suchte den Angriff mit Energie, ja mit Heftigkeit und stellenweise iuwegwerfendem Tone zurückzuweisen, ein deutlicher Beweis, dafs ersich getroffen fühlte und die Grundlosigkeit des Angriffs, der auchnicht der erste seiner Art war, nicht zu erweisen vermochte.

Der znr Abwehr geschriebene Brief wird aber für die Literatur da-durch wertvoll, dafs P. über die Grenzen der Verteidigung hinausgehend,seine Ansichten vom Wesen der Poesie und von der Aufgabe des Dichters