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Geliebter Gatte!-------Heil'ger Vater! Ach!
Erbarm' dich meiner! nimm mein Flehen an!Lafs mich nicht einsam altern, mein Gemahl!Wohl kenn' ich dich und deinen hohen Wert;
G0 Zwar bist aus fremdem Lande du entsprossenUnd innig liebst du deiner Heimat Flur,Wo dir der Jugend holde Zeit verrann.Hoch ehrt daheim dich eine Schar von FürstenUnd mächt'ge Freunde sind die Frauken dir. 1 )
G5 Wohl scheint dies alles meinen Wünschen feindlich,Doch treue Gattenliebe und der GlanzDes Herrschersitzes trägt den Sieg davon.
Mag auch vor dir allein die Welt sich beugen,Mag dich als Herrn das fernste Reich verehren,
70 Wo Herkules die Säulen aufgetürmt,
Das Land zu scheiden von der See Gewoge, —Hier steht dein erstes Haus, dein höchster Sitz,Drauf heil'ge Väter thronten, der den KörperDes reinen Petrus trug, und jenen Clemens, 2 )
75 Nach dem du dich benannt. — Und du, ein Clemens,Der früher Petrus hieis, — du regst dich nicht,Den Thron zu schaun, dem Haupt der Welt zu nahn?Im harten Stein die Spuren zu entdeckenVon deines Heilands Fuls, 3 ) sein himmlisch Antlitz,
80 Getreu bewahrt in einer Jungfrau Tuch? 4 )Und jenes Bild, das in des Tempels WölbungDem Volk erschien, mit ernstem Glanz noch heutDas Herz durchschauert und zur Andacht zwingt? 5 ) —
x ) Clemens VI. (Pierre Koger) uuigab sicli ganz mit vornehmen Franzosen.
2 ) Petrus, der Apostel, gilt dem Dichter als der erste Bischof Roms;zu seinen frühesten Nachfolgern gehört Clemens von 91—1U0 nach Chr.
3 ) Nach Petrarca de reb. fam. IX, IS (super praedurain silicem aeternuuigentibus adoranda vestigia) befanden sich in der Kapelle Domine quo vadis,erbaut aufserhalb Roms an der Stelle, wo Christus dem fliehenden Petrusbegegnete und ihn zur Rückkehr veranlafste, die Fui'sspuren Christi, die sichdem Marmor eingeprägt haben sollten. In Copie noch jetzt dort sichtbar.
*) Das berühmte Schweil'stuch der heiligen Veronika.5 ) Ein anscheinend ohne Maler entstandenes Bild Christi, in derWölbung der Laterankirehe; da diese 1360 abbrannte, nicht mehr vorhanden.