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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Hab' ich umsonst den Weg gesucht, doch immer

Bin ich zurückgeglitten. Und erschöpft,190 Mit tiefem Seufzen ruf ich nach der Stätte,

Die mir versagt ist. Ach, wer hilft mir Armem?

Wer führt den sichern Pfad zum Himmel mich

Zur ewig sel'gen, ewig frohen Schar?

Und zieht das Fleisch mich nieder, hemmt mich Schuld,195 Wer nimmt die Last von mir, wer gibt mir Flügel,

Dals gleich wie Tauben ich mich aufwärts schwingen, 1 )

Nach so viel Leiden Ruhe finden kann?-------

So bin ich jetzt gestimmt und nimmer sehe

Ich einen Ausweg, den das Schicksal mir,200 Der Zukunft Herrin, gönnte! immer kämpft

So Furcht wie Hoffen um mein Herz. Doch bald

Erscheint die Zeit, da mich das Ende lehrt,

Was wirklich an mir war, was für ein Stern

Des Glücks mir strahlte, wie ich auf dem Pfade,205 Der mir gewiesen ward, gewandert sei,

Ob schnell, ob lässig, kurz, wie ich als Gast

Des eignen Todgeweihten Leibes war.

') Psalm 55,7: 0 hätte ich Flügel wie Taubon, dals ich flöge undetwa bliebe! Siehe, so wollte loh mich ferne weg machen und in derWüste bleiben; ich wollte eilen, dals ich entrönne dem Sturmwind undWetter.