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Mit bangem Rufe steigend Umschau hält,
Ob ihr der Rächer durch die Lüfte folgt?50 Auch jener Held nicht, der es nie vergifst, 1 )
Dafs ihm der Tod Hesperie entrifs,
Und von des Ufers Höhe stets aufs Neu
Ins Wasser stürzt und sich den Tod ersehnt?
Auch nicht der Lüfte König, Waffenträger55 Des höchsten Zeus, wenn er auf Felsenhöh'n
Das Lager baut für die erhoffte Brut? —
Kann nicht die Bitte meiner treuen Liebe
Ein wenig deine Festigkeit erschüttern
Und deines Willens Stärke umgestalten,60 Dafs du, den einem Vater gleich ich ehre,
Die Herrlichkeiten Roms 2 ) verläfst und hier
Mein stilles Leben schaust, auf kurze Zeit
Als güt'ger Lehrer dieses Haus betrittst,
Das treugesinnte mit Besuch beglückst05 Und mitleidsvoll dein mildes Auge richtest
Auf deinen Freund, der einsam träumt und sehwärmt? —
Wenn denn so viele Bitten nichts vermögen,
So mul's ich — sieh! — zum letzten Mittel greifen,
Das um dein festes Herz die Schlinge legen70 Und dich mit mächt'gem Zuge wider Willen
Bezwingen soll!
Der kühlen Quelle nah,
Ragt eine Riesenpappel; sie beschattet
Mit ihrer Zweige dichtbelaubtem Schilde
Den Flui's, die Ufer und die nächste Flur.75 Hier pflegte an der Landschaft Lieblichkeit
l ) Aesacus, ein Solin des Priamus, stürzte sicli in das Meer, als ervor seinen Augen seine Geliebte Hesperie an einem Sohlangenbüs sterbensali. Thetys aber nahm ihn voll Mitleid auf und liefs ihn nicht sterben.Da aber Aesacus seine Selbstmordversuche hartnäckig wiederholte, wurdeer in einen Tauchervogel verwandelt. Er stürzt sich noch immerfort insMeer. Ovid, Met. XI, 758 ff.
'*) Es dürften die Herrlichkeiten des in Avignon residierenden Papstesgemeint sein, von denen P. sich vergebens bemühte seinen Freund weg-zulocken.