22 Erstes Kapitel.
schaftcn. Die Gesamtzahl der Versicherungsnehmer betrug Ende 1893:108 034, die Versicherungssumme 178192180 Mark, die Pramiencin-nahme im Jahre 1893 1870 698 Mark, die ausbezahlten Entschädigungen947 467 Mark in 2605 Schadenfällen. Allerdings war das Jahr 1893ein hagelarmes, das vorhergehende Jahrfünft hatte durchschnittlich mehrals doppelt soviel Falle und es überstiegen 1889/91 die Entschädigungensogar die Prämiencinnahmen. Die durchschnittliche Höhe einer Policebetrug 1893 1649 Mark, die Schadenvergütung 364 Mark im König-reich. Die Verbreitung der Versicherung hat seit 1888 stetig zugenommen.Interessant ist die Beobachtung, daß nach dem hagelarmen Jahre 188?die Versicherungen im darauffolgenden Jahre abgenommen haben. Währendim Jahre 1888 von 100 Landwirten im Königreich nur 9 versichertwaren, ist ihre Zahl 1893 bis auf 16 gestiegen. In den einzelnenRegierungsbezirken ergeben sich größere Unterfchiede. Von 100 Land-wirten sind versichert in:
Oberbayern 1? Oberfranken 22
Nicderbayern 14 Mittelfranken 19
Pfalz 4 Unterfranken 13
Oberpfalz 18 Schwaben 25
Bei der Königlichen Hagelversicherungsanstalt waren am Schlüsse des
Rechnungsjahres 1893/94 75 734 Personen versichert mit einer Snmme
von 114154470 Mark. Der Vergütungsprozentsatz betrug in diesem
Jahre 100, sonst meist 80. Die Anstalt erhält von der Regierung
jährliche Zuschüsse, meist in Höhe von 40 000 Mark, das Vermögen des
Reservefonds betrug 1 785 430 Mark am Schlüsse des Geschäftsjahres 1894
bis 1895, das Verhältnis desfelbcn zur Versicherungssumme 1.40°/«
(Stllt. Jahrb. für das Königreich Bayern, 2. Jahrg., S. 153 f.).
Viehv erfich erun gs-Gesellschllften waren in BayernimIahrel893insgesamt 6 zum Geschäftsbetrieb zugelassen, in den Vorjahren war ihreAnzahl erheblich geringer. In diesem Jahre waren bei ihnen nebenanderen Tieren 11509 Pferde und 4748 Stück Rindvieh versichert. Diegesamte Versicherungssumme betrug 8 883 863, die Prämien 356 201 Mark,die Entschädigungen 294423 Mark, die sich auf 1003 Falle verteilen.Von Pserdcn sind nur 3.1°/« und von Rindvieh sogar nur 0.16"/« beidiesen Gesellschaften versichert, die Versicherung der ersteren ist seit 1887von 1.5°/» alljährlich gestiegen, die des Rindviehs hat nur wenig zuge-nommen. Außer diesen Gesellschaften haben sich mancherorts örtlicheViehversicherungsvereine gebildet, das Statistische Jahrbuch giebt deren430 an.