Die Besitz- und Erwerbsverhältnisse in Bayern rechts des Rheins
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6. Verpachtungen.
Die Güter bleiben in den bei weitem meisten Fällen in den Handender Besitzer, Verpachtungen sind selten. Die Aufnahme vom 5. Juni 1882hat folgendes festgestellt (Beitrage zur Statistik des Königreichs Bayern,H. 51, S. 196):
Von den landwirtschaftlichen Betrieben haben
kein Pllcht-
weniger als
mehr als die
nur Pacht-
Grüße des
Regierungs-
lllnd
die Hälfte
Hälfte
lllnd
Pachtendes
bezirk
absolut °/o
absolut
°/°
absolut
«V«
absolut
"/<>
absolut
°/o
Oberbayern. .
85 153
86.6
10 288
10.5
1758
1.8
109?
1.1
26109
2.1
Niederbcchern.
76 969
91.7
4 058
4.8
1218
1.5
1646
2.0
14 515
1.5
Oberpfalz. . .
56 234
85.4
6 288
9.5
2 081
3.2
1264
1.9
20 747
2.7
Oberfranten .
50 314
72.7
11710
16.9
4246
6.1
2 971
4.3
25 260
4.8
Mittelfranken.
52 277
72.9
14904
20.8
2 822
3.9
1703
2.4
18956
3.3
Unterfranten .
70228
71.9
21813
22.3
3 791
3.9
1836
1.9
38 062
7.1
Schwaben. . .
68 398 78.0
16173
18.4
2050
2.3
110?
1.3
2? 284 3.7
Bayern r. Nh.
459 573
80.0
85 234
14.9
17 966
3.1
11624
2.0
170 933 3.2
In keinem Lande des Deutschen Reiches und in keiner preußischenProvinz ist der Anteil des Pachtendes so gering wie in Bayern. Ent-sprechend ist auch die Zahl der Betriebe mit Pachtland, 20 ",o, kleinerals der allgemeine Durchschnitt im Reiche von 44 °/o. Am geringsten istdas Pachtland fowohl nach Zahl wie Flache in Niederbayern, ihm nahestehen Oberbayern und Oberpfalz, auf der anderen Seite zeigen diefränkifchen Landestcile ähnliche Verhältnisse, Schwaben nimmt eine mittlereStellung ein. Einen interessanten Gegenfatz bildet die Pfalz, in welcherca. 50°/o der Betriebe 12.3°/° der Gefamtfläche gepachtet haben. DerZusammenhang mit der in den einzelnen Landesteilen herrschenden Erb-folge ist unverkennbar.
7. Tierzucht.
Die Viehzucht ist in Bayern, namentlich in feinen südlichen Teilenvon großer Bedeutung, insbesondere die Rindviehzucht. Die 1890 er-schienene Denkschrift: Die Landwirtschaft in Bayern, fagt darüber S. 346:„Hochzuchten mit dem Zuchtziel nach einzelnen Leistungen sind in Bayernselten; das Bestreben geht vielmehr im allgemeinen dahin, Rinder zuzüchten, welche die Tauglichkeit zur Arbeit mit Milchproduktion und
Mastfähigkeit vereinigen ....... Im großen Ganzen ist die bayerische
Viehzucht mehr in den Händen der kleineren und mittleren Besitzer.