Druckschrift 
Friedrich Spe von Langenfeld : Vortrag, gehalten in der allgemeinen Versammlung der Gesellschaft für Nützliche Forschungen zu Trier am 11. Juni 1893
Entstehung
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Auf der lZöhe dieser beiden Gedichte stehen nicht vielein der Sammlnng. Nicht nnr die /Zirtcngesänge, auch dieLieder der Gespons Jesu verfallen mitunter in süßlicheSpielerei, die Bußlieder in RührseligKcit; den llatnr-schildcruugen fehlt das Großartige. Dazu Kommt eineauffallende Einförmigkeit der poetischen Gestaltung! ick)habe in derIrutznachtigall" fünfzehn Gedichte gezählt,die ähnlich anfangen wie das erste:

wenn Morgenrot sich zieretMit zartem Rosenglanz.

Spe liebt es überhaupt, dieselben Gedanken zu wieder-holen. Auch in der ^unic, tritt das hervor. Dort sindes ja lauter Kräftige Gedanken, aber man Kann auch desGuten zu viel bekommen. Mit unzähligen Schlägenwerden die Pfähle in die Lagune eingerammt; immerwieder fällt die Wucht des Kammers auf denselbenHleck, als ob der Vfahl nicht fest genug sitzen Könnte,um als Stütze des zu errichtenden Bauwerks zu dieuen.^ Es zeigt sich hier der Einfluß scsuitischer Methode. Über-"Haupt muß man, wenn man dem Schriftsteller, demDichter gerecht werden will, ebensowohl seinen Stand,wie seine Zeit berücksichtigen. Die geistliche Eintönigkeit,die Kein weltlicher Mang, nicht einmal ein schwacherwiederhall der furchtbarsten Ereignisse unterbricht, ist beieinein Grdcnsmanne, mag er auch noch so stark in Mit-leidenschaft gezogen sein, minder auffällig; der /Zang zuschäferlicher Überschwenglichkeit erklärt sich aus der ver-kehrten Richtung des damaligen Geschmacks.

von einer formalen verirrung seiner Zeit hat Spesich aber frei gemacht: von der meistersängerlichen Silben-zählerci, die die natürliche Betonung der Wörter nachBelieben beobachtete und verletzte. Er erkannte das einzigrichtige Gruudgeselz der deutscheu Verskunst, daß wort-und versaccent übereinstimmen müssen, und sprach