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Der Bischof von Würzburg berief ihn als Keren-beichtvatcr in seine Hauptstadt. Damals nämlich standder greuliche Mercnwahn in üppiger Blüte, besonders hierin Deutschland. Volk und Hürstcn hingen ihm an; Juristennnd Cheologcn, Welt- und Grdensgeistliche hatteu ihu iueiu förmliches Systein gebracht und deckten mit demSchilde der verhängnisvollsten Aftermissenschaft ein pcin»lichcs Rechtsverfahreu, das allen Acchtsbegriffcn Kohnsprach. Der inutige widerstand, den einzelne aufgeklärteMänner mit wort und Heder geleistet, hatte im ganzenwenig genutzt, mehrfach ihnen selbst Verfolgung, ja schmäh-lichen Cod gebracht.
Spe blieb in Würzburg' nur ein Jahr, aber in dieserKurzen Zeit ergraute der in der Mitte der Dreißig stehendeMann; er selbst hat die bestandenen Seelemmalen alsUrsache des vorzeitigen Altcrns angegeben. Seine Auf-gabe.' die wegen Zauberei verurteilten auf den Tod vor-zubereiten, nahm er so ernst wie möglich. Er wußte dasvertrauen der Unglücklichen zu gewinnen, indem er ihnendas größte Mitleid zeigte und ihnen sagte, daß er gernselbst für sie sterben würde, wenn er Könnte. Alle, mit denener als Merenpater in Berührung Kam — es waren rundzweihundert — waren nicht mehr arme Sünder als dieübrigen Sterblichen anch. viele machten sich die größten,vorwürfe darüber, daß sie auf der Solter gelogcu, daß„sie sich fälschlich für Ceufclsbündler ausgegeben hatten,hierüber bernhigte sie Vater Spe; er sagte ihnen, diedurch die Holter ausgepreßte Unwahrheit sei nnr eineSchwachheit. Keine Sünde, und so seien sie nicht ver-pflichtet znm widerrnf, der doch nur neue Soltcruugund neue Auspressung derselben Unwahrheit zur Solgehaben würde. So gab er den Armen die Hoffnung aufsJenseits znrück. Ihr irdisches Leben zu retten vermochteer nicht; von den versuchen, ihre Uuschnld nachzuweisen,stand er bald ab, denn er sah ein, daß er dadurchnur den Maß der Richter entflammte nnd sich die Freiheit