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während ein jeder Ratschlag ein Schatz für das ganze Lebenist, der, wenn auch nicht heute, so doch morgen nützen kann —und wie könnten die Verständigen überhaupt auch anders alsweise raten? Man möchte manchmal, uud dies gerechterweise,aus einem Staunen in das andere fallen, wenn man vor derWeisheit solcher Verständigkeit steht. Sie haben dieserhalb keineStudien gemacht, keine Prüfungen bestanden, und doch reiht sichwohlgeordnet in ihrem Gehirn wie in einer Arzneibude einHeilmittelchen neben das andere, nm bei darbietender Gelegen-heit seine Schuldigkeit zu thun. Da lassen sich denn mit hohemInteresse all' die glückverheißenden Namen lesen: Volkes Stimme— Gottes Stimme; man muß sich nach der Decke strecken;selbst ist der Mann; spare in der Zeit, so hast du in der Not;wenn die Not am größten, ist Gottes Hilf' am nächsten; mit denWölfen muß man heulen; man muß den Mantel nach demWind tragen; wie man fäet, wird man ernten; wer nicht hörenwill, muß fühlen; wer sich in Gefahr begiebt, kommt darin um;wem nicht zu raten, dem ist auch nicht zu helfen — und der-gleichen schöne Inschriften mehr. Und man darf es sich wohleingestehen: so sachkundig verstehen diese Verständigen immerden Krankheitsfall zu besprechen, daß ein jedes ihrer Sprüchleinauf den besonderen Fall zumeist wie die Faust aufs Auge paßt.Nicht daß diese Wörtlein, mit Verstand gebraucht, auch ab undzu ihre gute, rechtschaffene Verwendung finden möchten, abersie sind gleich Giften, die Vorsicht bedingen; ohne diese letzterewerden sie zu, einem Gebrän von Dummheit, Naseweisheit undNiederträchtigkeit, das die Kaltherzigkeit ihren natürlichen Feinden,den Unverständigen, zusammenrührt. Groß, wie er so als Rat-geber sein mag, noch größer ist er als Beispiel. Man muß ihnsehen, wenn er die Wetterfahne betrachtet, um je nachdem derWind bläst, den Mantel um seine empfindlichen Glieder zuschlagen. Da die Behaglichkeit von eigenem Fleisch nnd Blutsein einziger Glaubensartikel ist, dem er von ganzem Vermögenanhängt, so ist er auch immer ahnungsvoll genug, um sich bei