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Dichterische Idole : Heine, Horaz
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störte, wäre er zu einem Wohlthäter der Seele geworden, woer zuerst schändete, so möchte ein Vergleich geboten sein: undnicht unmöglich alsdann, daß ein lebhaftes Dantgefühl den be-rechtigten Zorn erstickte. Aber wo sind denn die Lieder, indenen die deutsche Seele weint und jauchzt? Ein paar Aus-nahmen abgerechnet, jauchzt uud weint in ihnen die Empfind-samkeit und der Aberwitz. Und wo findet sich denn jene Er-habenheit, die unseren irdischen Geist zu himmlischen Regionenzu entführen vermöchte? Etwa in jener grotesk lächerlichen Pose, inwelcher der kleine Mann

— mit starker Hand, aus Norwegs WäldernNie höchste Tanne reißt und sie eintauchtIn des Ätnas glühenden Schlund und mit solcherFeuergetränkten Niesenfeder

an die dunkle Himmelsdecke schreibt:

Agnes, ich liebe dich?

Die solcher Art schwärmen, scheinen nicht inne zu werden,daß sie damit einem gräulichen Unsinn verfallen. Wohl kannman mit allerlei Fehlern, ja Lastern behaftet und gleichwohl,ja gerade deshalb ein großer Künstler oder Dichter sein, voraus-gesetzt, daß man zugleich eine starke, hochstrebende Natur ist.Wie aber aus der seelischen Niedrigkeit eines Menschen, der nieZeit seines Lebens mit seinem Denken und Fühlen über dieRegion des Staubes hinausgekommen ist, Gestalten idealen Ge-präges hervorzugehen vermögen, das werden uns, wenn über-haupt, vielleicht nur die alten Schachteln noch offenbaren können,die vor dem ungesunden Heineschen Liebesgedusel aus einemKrampf des Entzückens in den anderen fallen. Eine niedrigeNatnr — ein großer Mensch! Kann man auch Trauben von denDisteln lesen ? Die alten Schachteln freilich wifsen's — zu vereinen!Indessen! welchen Schabernack diesem Witzbold seine Spötte-reien in der Denkmalsfrage auch schon gespielt haben mögenund voraussichtlich immer spielen werden, es bleibt gleichwohl