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sllmer Redefluß bei ungefährer Andeutung eines irgendwie brauch-baren Gefühls. Was in der Poesie zu wenig wäre, genügt da-für der Musik. So ist denn auch das Buch der Lieder mitder Zeit zu einer wahren Schatzgrube der Tonkunst geworden,und so erklärt es sich auch zugleich, wie die ganze musikalischeWelt zum wenigsten gänzlich nnter dem Banne jener seelenvollenTonwesen steht, zu denen größere Meister denn er seine seelen-losen Wortgebilde belebten. Wir alle wähnen lediglich den DichterZu kennen; und wir alle kennen ihn zum allergrößten Teilenur aus der Musik. Dieser Umstand hat seine Bedeutung inunserer Vorstellung fälschlich bis zu einem Grade erhöht, daßes heutzutage einer starken kritischen Anstrengung bedarf, umsich und anderen den völligen Ungrund dieser übertriebenen Wert-schätzung klar zu machen, und nm wieder auf das wohl abgemesseneUrteil Göthe's zurückzukommen, der als erster von ihm als voneiner „klingenden Schelle" sprach.
Allein der Weimarische Weise hat nicht bloß zu urteilen,er hat auch zu belehren verstanden.
Wer, in den zahlreichen kunstphilosophischen Lehrbüchernunserer und auch vergangener Tage nämlich, selbst nur nachhalbwegs brauchbaren Maßstäben zu dichterischen Erscheinungensuchen wollte, der würde sehr bald, aufs bitterste enttäuscht, dieerste Gelegenheit wahrnehmen, um sich diesem Chaos ganz Platterund unzulänglicher Schulbegriffe zu entziehen, und um Gottzu danken, daß es noch ab und zu große Dichter gegeben hat,die Zeit fanden, sich gelegentlich auch einmal über das Wesenihrer Kunst auszusprechen. Eiu einziges, wohlüberlegtes WortGöthe's wiegt sämtliche akademische Abhandlungen dieses Jahr-hunderts auf. Ihm und Lessing verdanken wir neuerdings so gutwie alles, was wir an sicherer Erkenntnis in bezug auf die Poesiebesitzen, vornehmlich aber ihm, dem mit Recht sogenanntenWeimarer Weisen. Es sind nur gelegentliche Äußerungen, die eruns hinterlassen hat — nicht alle gleichwertig, denn ihn habenzuweilen Stimmungen in keineswegs glücklicher Weise beeinflußt