Druckschrift 
Johann Pet. Brinckmanns Bemerkung über die neuerdings vorgeschlagene, und an einer Kreissenden verrichtete Operation der Durchschneidung der Symphyse der Schaambeinen
Entstehung
Seite
14
Einzelbild herunterladen
 

vielleicht leichter auszudehnen, als bey anderen.Wenigstens beweiset dieser Fall, so wie die Er-fahrungen der H. Alix, Smellie, Louis,Camper, und Loder, daß die Natur würklichdiese Knochen zuweilen bey Geburten voneinan-der entferne, und zwar dergestalten, daß dasvöllige Berühren nicht alsbald nach geendigterGeburt wieder erfolge; welches wahrscheinlicherWeise darin seinen Grund hat, daß die knörplich-ten Bänder, die diese Vereinigung bewürken, zurZeit der Geburt so erschlaft, weich und feuchtwerden, daß sie einer mäßigen Ausdehnung,ohne Zerreissung nachgeben. Wenn nun diese Aus-dehnung aber bis auf einen sicheren hohen Gradgestiegen, so ist es wohl ganz natürlich, daß nach-her so viel mehr Zeit zur Zusammenziehung derBaͤnder erfodert werde.B. Das von sebst erfolgte merkliche Aus-einanderweichen der Schaambeinen, nach geschehe-ner Lösung der Bänder (N. 4.) und das be-schwehrliche Zusammenbringen dieser Knochen nachgeschehener Operation, ja so gar nach dem Todebey den blosen Knochen und Bändern des Beckens(N. 5. b.) scheinen dem Nutzen der Operation,wegen beschwehrlicher Heilung würklich zuwiderzu seyn. Mittels einer Binde diese Vereini-gung und Aneinanderheilung der Schaambeinenbefördern zu wollen, ist für die leidende ganz ge-wiß zu beschwehrlich, und selbst glaube ich, we-gen verschiedener daher entspringenden Folgen,leicht gefährlich. Vielleicht heilen diese ge-trennte Schaambeine, ohne Anlegung einer sol-chen Binde, mittels eines zwischen beiden sicherzen-