Druckschrift 
Johann Pet. Brinckmanns Bemerkung über die neuerdings vorgeschlagene, und an einer Kreissenden verrichtete Operation der Durchschneidung der Symphyse der Schaambeinen
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

eben so unmöglich, weil sich die Gebährmutterdergestalten um's Kind zusammengeklemmet hatte,daß dem Geburtshelfer so fort, nachdem er sei-ne Hand in die Mutter gebracht hatte, gleichsamalles Leben aus derselben gepresset wurde, unddaher genöthiget ward, selbige fruchtloß zurückezu ziehen. Man versuchte zwar mittels der obenangeführten, an das nach vorne liegende Beinangebrachten Schlinge diesen Fuß herauszuziehen;allein, alle Gewalt war vergebens, der Fuß wur-de abgerissen und nachdem die Schlinge nachherüber's Knie angebracht wurde, ward das Beinbis am Knie abgerissen, ohne daß dadurch dasKind auch nur von der Stelle wäre weggerücketworden. Hiemit wurde bis ohngefehr ein Uhrzugebracht, da man die Person, um selbige eini-ger Ruhe geniessen zu laßen, auf's Bett brachteund daselbst beynahe zwey Stunden ausruhenließ, in welcher Zeit selbige auch durch einenSchlaf ihre Kräfte ziemlich erholte. Die Geburts-glieder hatten sich ohnerachtet allen operirensziemlich gut erhalten, und waren fast gar nichtentzündet. Man versuchte nun verschiedene Zan-gen am Kindes Kopfe anzubringen; allein, dessenschiefe und zu hohe Lage behinderte solches gänz-lich, und jedesmal schlupfte die Zange wieder aus.Es wurde daher beschlossen, um mehr Raum zugewinnen, dem Kinde den Kopf zu öfnen. Auchdies geschahe nach vieler Mühe wegen beschwerlichenZuganges zum Kopf; das Gehirn floß weg, undnach und nach wurden die mehresten Knochen derHirnschädel weggebracht; allein, auch hievon warder Erfolg nicht glücklicher. Man brachte nocheinige Zeit mit fruchtlosen Bemühungen und zwarbis