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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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480Dennoch ist nichts wahrer als dies, so baldSie nicht den, jeden Menschen entehrenden,und von seiner zweckmäßigen Bestimmung ihnjederzeit entfernenden Eigensinn, mit Seelenfes-tigkeit vermischen wollen. Denn, wenn Sievonden Gehorsam mit obiger BeschreibungFestigkeit vergleichen, so werden Sie leicht ein-sehen, daß man durch Gehorsam, bei jedem,seiner Bestimmung treu seyn wollenden Men-schen, nicht anders verstehen könne; als die mög-lichste Bezwingung seiner selbst, in so weitsolche zur Erreichung des besten Endzwecks, demMenschen nöthig scheint. Wie wil aberMensch den, seine schwachen Seiten so leichtbeherrschenden Leidenschaften nur einigermasseWiderstand thun können, wenn er nicht fremden Vorschriften sowohl, als auch denennes eignen Gewissens hat gehorchen lernen?Wie weit mus ein solcher Mensch davon ent-fernt bleiben, sein Selbstherr zu werden,nicht einmal seiner eignen Ueberzeugung zu gAmhorchen weis! Ganz wahr ist der altespruch, daß derjenige, welcher über sich selbstweldHerr geworden, stärker sey als der,Schlösser eingenommen. Wie können Sie sichaber ferner Festigkeit der Seele bei jemandennur denken, der seine blinden Leidenschaften nichteinmal zu bezwingen weis; sondern denselbenalles zuweilen anfepfert? Gehorsam ist daherDerdie erste Grundflütze der Seelenfestigkeit.Mensch sol also so viel gehorchen, d. i. seinenfüreignen Willen verläugnen lernen, als es