202Menſchen, haben nun irrig geglaubt, Gott,und der Menschheit einen Dienst zu thun, wennsie darauf arbeiteten bei sich und anderen Men-schen, jeden Keim der Empfindlichkeit zu er-sticken, und den Menschen mittels verschiede-ner ihm beigebrachten Vorurtheile, fürkörperliche Empfindung gleichsam fühllosmachen. Ich brauche Ihnen aber wol nichtzu sagen daß dergleichen Unempfindlichkeit,menschlichen Natur warhaft zuwieder ist.lange wir auf einer sinnlichen Welt leben,welcher wir unsre Bedürfnisse selbst empfinden,und derselben Befriedigung bestimmen sollen;und wir uͤberdem unsre sinnliche Begriffe nichtanders, als mittels der Sinnen zu erlangenfähig sind; und wo wir unsre Sinnen,uns Begriffe sammlen zu können, nothwendigimmer mehr üben müssen; so lange wir soich auf einer solchen Welt leben, müsseneine platterdings zweckwiedrige, ja offenbarverachtungswürdige und lächerliche Rolle spilen, wenn wir dieser Fähigkeit und diesem Vermögen uns zu vervolkommnen muthwillig entsagwollen. Nur müssen die Empfindungen welchwir mittels unsrer Sinnen erlangen, uns nichtbeherrschen, noch weniger der Entwicklunghöheren Kräfte hinderlich werden, sondernmüssen denselben vielmehr zur Grundlage die-nen. Denn handelt der Mensch hierunter ausꝺers, ſo kan er unmöͤglich ꝺen eigentlichenWerth der Sachen einsehen lernen; Er wirdnicht durch den nöthigen und erlaubten Genuß
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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