Druckschrift 
Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
Seite
159
Einzelbild herunterladen
 

159Staats es nach seinem System dienlich undvördig zu seyn glaubt? und seitdem der Luxuseinen so hohen Grad gestiegen, daß diemehreſten Menſchen nur hauptſächlich ſich umGeldzur Bestreitung der nöthigen Ausgabenbewerben müßen; wo also der Mensch nach undnach alle, auch seine ersten und wichtigsten Pflich-ten dem Gelde aufopfert; für Geld sich nichtalleinzu allem brauchen läßt; sondern es nurdeßen Menge ankomt, um ohne AnſtandLahrheit und Gerechtigkeit offenbahre Fehdehwöhren; da sage ich, kann die Erziehungnicht anders als die erbärmlichste seyn.sehen, Mein Freund! daß dabei die Men-viel eher verfaulen müßen; ja, daß manund da wol einmal aus Politik mußaulen laßen. Denn, daß bei jedem Menſchenallerbesten Anlage, so bald er nichthöhere Triebe zurückgehalten, sondernSinnlichkeit überlaßen wird, letztere nichtimmer zu, und deßen Moralität immerabnehmen; und der Mensch selbst sich zuletzt ingänzlichen Ruin, in Fäulung auflösen müße,kein Mensch läugnen. Wie abscheulich un-ig ist daher der Schluß derjenigen Eltern;wie ſehr wird das Roußeauſche Princi-pinn.misgedeutet, wenn sie glauben, der Na-folgen, heiße eben so viel, als der Sinn-keitfolgen? Dies heißt, seine Kinder demsischen und moralischen Verderben zurennenlaßen.Jedoch hievon muß ich noch weiterwenn ich mich mit Ihnen von der Noth-wendigkeit