149bald anders, nachdem sie glauben auf dieseoder andere Art ihre Unwißenheit durch den Scheinder Gelehrtheit bedecken zu können.— Sie be-greifen leicht die Urſache warum ich hiemitmeinen Brief anfange. Sie wißen es ebenfalsgar zu wohl aus der Erfahrung, in wie vielerMund das Wort Natur bei der Erziehung ge-höret wird.Frägt man die Eltern wie sieihre Kinder erziehen, ſo ſind ſie gleich mit deralles bedeutenden Antwort fertig; es heißt: ichziehe mein Kind nach der Natur auf; ichfolge der Natur; oder, ich laße der Natur ih-freien Lauf u. s. w. Mischt man sich abersodann weiter ins Gespräch, und frägt mansie solches bewerkstelligen, und auf wel-Weise sie ihrem vermeinten Grundsatz ge-treizu seyn sich bestreben, und das GlückKindes dadurch zu bauen glauben; so komtmit ihnen gemeiniglich nicht weiter, alsman merkt, daß sie so gar von ihremundsatz, dem Principium ihrer Handlungeneinmal einen deutlichen Begrif haben;nicht die eigentliche Natur es ist, welcheeitet, sondern daß ihre mangelhafte Ver-ſtandeskräfte, nebſt der verdorbenen Einbildungihnen ihren Grundsatz wornach sie bei der Er-ziehung handeln, erſchaft. Hiebei iſt's dannauchwarlich kein Wunder mehr, daß ſo vieleErziehungen mißrathen; so viele Kinder verzo-gen werden. Und wenn man noch genauer un-terſucht, dann findet man's oft noch ſchlim-mer, daß nemlich gar kein Grundſatz, mithingar
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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