101So sagt Aristoteles (a) daß die Aeolische sichdurch Einfalt unterſchieben; die Joniſche warhingegen weichlich und wollüſtig; die Phrygi-sche erhöhte die Seele zu hohen und würdigenGefühlen und wurde deswegen häufig bei re-ligiösen Handlungen gebrauchet. Die Lydischewar sanft und rührend: die Asiatische immerveränderlich, und am weitesten von der Ein-falt entfernt: die Dorische männlich und krie-grisch; und die Jonische wurde zulezt, nach-dem der Luxus die Dämme der Gesetze durch-gebrochen hatte, bei allen häuslichen Vergnügendie herrſchende. Es war alſo gar nicht zuwundern, daß die alten Griechen die Tonkunst,als eine Angelegenheit des Staats, deren kleinſteVeraͤnderung wichtig werden koͤnne, betrachte-ten. Plato sagt darüber folgendes: (b) DerGeſchmack in der Muſik, oder die Tonartenändern sich nie ohne darauf folgende Verände-rung der Grundgeſetze eines Staats. Der-gleichen Abweichung schleicht unvermerkt fort.Anfangs vergnügt ſie blos, und ſcheint einemunbedeutenden Scherze gleich. Nach und nachmacht ſie ſich mit uns naͤher bekannt, und ver-webt sich in unsre Sitten und Denkungsart;von denen gehen sie über in unsre Geschäfte,von diesen auf die Gesetze, und dann mit allerUngebundenheit auf die Staatsverwaltung, bisſie endlich in den Familien und im Staat allesum-(a) Republ. dial. 4.
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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