—5——..Eilfter Brief.Ich komme jezt auf die moralische Erziehungbei den Alten, welche von ihnen als eines dersichersten Hülfsmittel angesehen ward, die Glie-der des Staats dahin zu bringen, ihre physi-schen Kräfte auf den nuzbarsten Grad zu er-halten, und für das Wohl des Staats zu ver-wenden. Denn da bei den Alten, so lange sel-bige in ihren noch nicht so verderbten Sittenlebten, nicht die eigentliche Vergrösserung desPrivat, sondern die des gemeinen Eigenthums,dei algemeine Pfeiler des Staats, welchen je-derman zu unterstützen sich bemühte, und über-haupt salus reipublicae das allererste Gesetz nochwar; so konnte es ihnen allerdings nicht genugseyn dafür zu sorgen, daß der Staat im alge-meinen so wol, als jede einzelnen Glieder des-selben den gehörigen Grad der Festigkeit in ih-ren Tagen hatte; sondern es muste ihnen ebenso warm am Herzen liegen denselben nichtminder für die Dauer zu erhalten. Sie warenauch zu klug, als daß ſie dieſen Endzweckdurch Einführung einer jeden republikaniſchenGeſinnung oder unverdauten Begriffes von Frei-heit, oder jeden enthuliastischen Patriotismuszu erreichen glauben solten. Solte der obschongute geſäete Saamen glücklich aufkeimen undgleichmäßige guter Früchte tragen, so muste derBoden ebenmäßig gut seyn. Diese Güte desBodens
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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