28seine Scharpe losgegangen war und darüberstrauchelte, abgeschaffet und die Athleten völlignackend erschienen seyn. Wie sehr die Erfah-rung aber den Schaden dieſer Lebensart inRücksicht auf die Gesundheit bald gezeiget, läßtsich leicht aus demjenigen abnehmen was derscharfsinnige Beobachter Hippokrates davon ur-theilt, indem er sagt, daß diese athletischeLebensart gar nicht mit der Natur desMenschen übereinstimme: wie dann auchnachher Hieronymus schreibt (a) daß keinAtblete hätte lange leben können. Und Euri-pides sagt ausdrücklich beim Galen, daß un-ter allen den unzäligen Uebeln, welche sich inGriechenland eingeschlichen hatten, keines soschlimm seye, als das welches aus der athle-tischen Lebensweise entsprünge: und hätten diemehreſten ſich auſſerdem die boͤſen Sitten der-maßen angewöhnet, daß sie nachher kaum mehreiner Verbesserung fähig wären. Plutarchverweiset es den Griechen mit nicht mindererBitterkeit, daß sie die dem Staat so heilsameund nützliche militärische Gymnastik mit die-ser schlechten athletischen Gymnastik vertauschet,und erstere, durch ihren verderbten Geschmackan der letzten so sehr heruntergesetzet hätten. Undbei Cyprian kann man den ganzen Greuel da-von in einem völlig declamatorischen Ton lesen. (b)So(a) Lib. 2. Adv. Jovin.(b) Lib. 2. wo er sagt: "Paratur Gladiatorius ludus, ut libi-dinem crudelium luminum sanguis oblectet. Impletur inSuc-
Druckschrift
Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
Entstehung
Seite
28
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten