Druckschrift 
3 (1903)
Entstehung
Seite
63
Einzelbild herunterladen
 

63

beitet und wir das minder das den rücken zuhauffen keret.

25 ir wiszt das umtser alles dann wir handeln offenlich euchunverporgen \ wir können aber nit gewissen was ir heimlichhandelt denn das \ wir gern sehen . das es gut were undwol geriet und zuverantwort(e)n \ stund damit mau nit widerdas ivasser dörfft swyfm)meu das alles j lat uns cylends

30 -wissen . Dat(um) Onoltzpach am don'e)rstag nach || iubilateanno (et)c(etera) LXXVIII.

Albrecht von gots gnaden marggftjave \ zu Brandcmburgchurfurste (et)cfetera).

bj Dem hochgeborfe)n furst(e)n uns(er)m \ lieb(e)n sonehferhi JoJianns(e)n \ margg(r)aveu zu Braude(u)burg \ StetiuPomcrn (et)c(etera) herczogfe)u \

In sein haut.

Tafel 106. Concept eines Schreibens des Markgrafen Johannan den Kurfürsten Albrecht Achill von Brandenburg (1480 EndeSeptember), zwei Papierblätter im Kgl. geh. Staatsarchiv zu Berlin(Rep. XI. 27a fol. 90 und 91), Priebatsch, Polit. Correspondenz desKurfürsten Albrecht Achilles 2, 645 Nr. 695, Abdruck des Haupt-briefes aber nicht der Zusätze von zweiter Hand. Das Concept istundatirt, von Priebatsch aber nach sachlichen Anhaltspunkten zumSeptember 1480 eingereiht. Für die Reproduktion wurde Fol. 91ausgewählt, das den Schluss des Schreibens und die Nachträge, be-sonders den sehr charakteristischen Zusatz von zweiter Hand enthält.Die Gegenüberstellung der beiden Hände ist sehr lehrreich. Währenddie Hand der Haupteintragung sich im Rahmen der Urkundencursivedes 15. Jahrhunderts hält, weist die andere, viel flüchtigere Handfortgeschrittenere Formen auf, die bereits zur Kanzleischrift des16. Jahrhunderts hinüberleiten.

darume(n) [darunter getilgt: von derwege(n)] itzundt keynwein mer vorhand(en) ist \ und -wir mit in [und an(der) alsRandnachtrag] da(r)an mangel musse(n) habe(n). Wer \ der-sclbig durch zimlicheit getruncke(n) . -wer solichs \ nit notge-west . des (davor und getilgt) -wollet auch ein wisse(n) |5 habe(n) . denn hett(en) -wirs . als -wir es nit habe(n) || wir-wer(e)n gar -willig und des (davor were getilgt) scr gefrewt \einc(n) yd(er)man(n) und sond(er)lich unser liebe(n) \ swesterzu -willnfhar(e)n . ives -wir dann nicht j v(er)möge(n) müsuachbleibefu) . Wir haben auch h(er)r \ Bussen vo(n) Alues-leue(n) [des hauptma(n)nschafft d(er) alt(en)marck vf martini10 riechst uszgeet] der sich in gebung der landtbeth und and(cr)munnser und der hfer)rsch(aft) (davor ein s) -willefnj undbests | bevlcissigt zu eine(11) obfajmarschalk vfgenomefn) \ undgebe(n) im des iars hundert g(ujldfeu) nicht das \ er allezeitdarff zu hof sein . sond(er)n -wenn -wir in j fordern und sein15 behuf habe(11) . sol er solich ambt am hof und im veldev(er)trette(n) . habefn) im vormals \ als einefn) hauptmanfn)d(er) alt(en)marck II C gfu)ld(en) mussc(n) \ gebc(n) . gebe(n)im itzuuder hundert und die andern hund(er)t \ g(u)ld(en)di -wir im vormals geben habe(n) (davor h(er)rn getilgt) geben-wir (nachgetragen) ern wilhelm \ zu dem and(er)n das wir20 im (davor zu getilgt) von der voythei Tang(cr)munde zu [jgebe(n) v(er)schr(ibcn) habc(n) . damit die hauptmanschafftub(er) | die (nachgetragen) aldcfupnarck und prigfen)itz desterbas (darnach getilgt uszznrichten) | durch in uszgericht -werd .als er sich (darnach getilgt noch) bish(cr) noch gar \ -wolbe-weyszt hat. Dat(um).

It(em) was m(ein) g(nedig) h(er)r (darnach getilgt vfou)

25 den) vf meins ald(en) h(er)rn sehr(eiben) und ' || beger des ab-

schids halbe(n) mit den h(er)ru von Sachse(n) ' geschee(n)

-wisse(n) lasse(n) und schr(eibcn) (darnach s getilgt) -will stet

zu seine(n) \ gnad(en).

Zedula. [Darauf von anderer Hand, von der der Rand-Nach-trag stammt, der Vermerk dfer) besk(ow) und storko(w).} Auchist -woll brwage'n) das die altmerekisch 'en) stett villeucht von

dfer) sententz .darnach getilgt die vifer) sie gee) sie vber zu-30 gee(n) von dfer) landtbeth wege(n) (darnach getilgt app an k)zum keyszer appel liru werd(en) . des E(-wr) Lfib) auch magein wissefn) habefn).

Ewr Hb hat uns am jungst'en) by Guntzliii ewrn bot'engeschribfen) als wir by uns(e)rn oheme(n) und swcg'c.rudfeu hfer czog(en) czfu) (flüchtig geschrieben, nur das c undder Beginn des z vorhanden, vgl. das czu in Z. 36) Sachse ucziir Lochaw uff der hirscli brunszt weren mit zuschickuug35 eiitgelegt(en) schrifft(cn) so ezwischfeu) ewrn libfeu) unddenselb(en) h(er)czogen ezuSachsefn) am leezstfen) auszgangfensind dy -wir v(er)lescn \ dfer) ein wissfen) czu habfen . obsy dafvou handelfen) und wy wir von in abscheidfen) \wurd(en) odfer) was wir do handeltfen) [hier der Randnach-trag Z. 34 einzufügen: der odfer) ander sachfen) halb(en) nichtsau uns gesucht gehandelt od(er)} euch by dem botfen) wissfen)czulassfen) als thun wir ewr Hb wissfen) das sy (darnachgetilgt: mit uns davon) keius vfcr'jhandelt odfer) \ gedacht(darnach getilgt habfenj] [Randnachtrag Z. 29: so habfen wirvon uns selbst mit in davon auch nichts (darnach getilgt ge)handelfe)n wollfen)] sundern ergetzlikeit und last [darnach40 getilgt mit uns iren lib(eu)] geubet hirsch geschossfen) sweingejagt und suust vil frolikeit mit iren libfeu) gehabt dy sichgar | [Randnachtrag Z. 21: fruntlieh(eu) gen uns erbot'enals dy freund uns mit leib und gut cz(u)helfffen) . des:.: wir(darnach getilgt: uns angeborfen) fruntschfoft) und (ver)-wantiren libfeu) dancksagung getan haben)] dauckuem gewest undsind [erst in der folgenden Zeile geschrieben, aber hierherverwiesen] mit gleich fruntlichfer) erbieluuge von iren libfen)[darnach getilgt mit fr mit] also fruntlich abgeschidfen .Datfum) uft) sfupra).]Tafel 107. Supplik des Capitels von St. Peter in Basel an PapstInnocenz VIII. 1488 Februar 9, Basel, Staatsarchiv. Auf sehr dünnemPapier, das die Schrift der anderen Seite durchscheinen lässt (vgl.T. 107b), in flüchtiger Cursive geschrieben, und zwar nicht in Basel,sondern in Rom durch einen mit den Formeln und Klauseln derpäpstlichen Kanzlei vertrauten Procurator. Die Bitte ging auf Aus-fertigung eines Schutzbriefes (Conservatoria) nach der zu Avignonaufgestellten und in das officielle Kanzleibuch aufgenommenen Formel»Militanti« (S. 321 Nr. 129 meiner »Päpstlichen Kanzleiordnungen«).Von Interesse sind die von wechselnden Händen und Tinten beige-fügten Vermerke, weil sie den Geschäftsgang Schritt für Schrittkennen lehren. Die Supplik, an deren Schluss nochmals in knappsterFassung die gewünschten Vergünstigungen als sogenanntes Summariumanzufügen waren (Z. 1317), wurde dem Papste oder dem von ihmbevollmächtigten Stellvertreter vorgelegt und erhielt im Falle derGenehmigung die Signatur, bestehend in dem Wörtchen hat (eventuellfiat ut petitur, fiat in omnibus ut petitur, fiat ut in forma und dgl.,vgl. über die Bedeutung der Signatur v. Ottenthai, Regulae Cancel-lariae Apostolicae) und dem Signatur-Buchstaben. Seit Bonifaz IX. wardies die Initiale des Namens, den der Papst vor der Wahl geführthatte (in unserem Fall J. = Johannes, Innocenz VIII. vor der WahlGiovanni Zibö); von Johann XXII. bis Bonifaz IX. lässt sich eine festeRegel für die Wahl des Signatur-Buchstaben nicht aufstellen. Beijener Gruppe von Suppliken, die der Vicekanzler oder sein Stell-vertreter signirte, bildete sich »Concessum« als besonderes Schlag-wort heraus (vgl. v. Ottenthai a. a. O.). Von drei Original-Supplikendes Baseler-Archivs aus dem Pontifikat Innocenz' VIII. weist die zweitein der Signatur vielleicht die gleiche, die dritte aber eine von derunseren sicher verschiedene Hand auf. So bestimmt daher dieSignatur in Schrift und Tinte individuell erscheint, bietet sie füreigenhändigt Vollziehung durch den Papst, trotzdem diese in denKanzleiregeln wiederholt ausdrücklich gefordert wird, doch kein Gewähr.Die signirte Supplik hatte der Vorsteher des Einreichungs-Bureaus mitder Datirung zu versehen; von dieser Thätigkeit führte er selbst denTitel Datarius, hiess das Amt Dataria. Trotz der sehr charakteristi-