Druckschrift 
3 (1903)
Entstehung
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Proben von bestimmten Formen der Uebergangszeit (n.12. Jahr-hundert); Taf. 84, 85 und 92 bringen Beispiele für Empfänger- undKanzleiausfertigung. Für die spätmittelalterliche Fürstenurkunde zogich es vor, statt ein zusammenhangloses Allerlei zu bieten, aus einerbestimmten Kanzlei, der mir hier zunächst liegenden Branden-burgischen, Beispiele für Originalurkunden (Taf. 93 b, 100, 102),Originalbriefe (Taf. 105), Concepte (Taf. 106), Register (Taf. 101) undlandesfürstliche Urbare (Taf. 96) zusammenzustellen.

Ueber die Lückenhaftigkeit und Unzulänglichkeit dieser Sammlung-gebe ich mich keiner Täuschung hin. Trotz dem was Sickel in denMonumenta graphica, Chroust in seinen Monumenta Palaeographicaund ich in dem vorliegenden Heft an Facsimiles von deutschen Ur-kunden bisher beibrachten, stehen wir hinter Franzosen, Engländernund Italienern noch beschämend weit zurück.

Es wäre Ehrensache einer Unterrichtsverwaltung oder gelehrtenKörperschaft, die Mittel zu einer monumentalen Publikation zur Ver-fügung zu stellen, die berufen wäre, die Entwickelung der deutschenUrkunde von der Zeit der Volksrechte bis zur Reformation in ° - e-schlossenem Zusammenhange zu veranschaulichen.

W. Arndt hatte mir gegen die Erweiterung seiner Schrifttafeln,wie ich sie hier durchzuführen versuchte, noch ein äusserliches, aberdoch recht empfindliches Hemmnis hinterlassen im Format, das fürHandschriften bis zu massigem Folioformat trefflich passte, für Urkundenaber vielfach unzureichend ist. Ueber manche Verlegenheit half dieLiebenswürdigkeit meines Verlegers durch das Zugeständniss von

Doppeltafeln hinweg, in anderen Fällen musste Verkleinerung ein-treten, die aber nur in einem Ausnahmefall (Taf. 84) so weit ging, dassdas Schriftbild der Vorlage darunter ernstlich litt; die vielfach mehrals meterlangen Rollen älterer Papstprivilegien bedeuten aber für diesePublikation unerreichbare Grössen.

Es erübrigt mir noch für die vielfache Unterstützung zu danken,die ich bei Inangriffnahme und Ausarbeitung dieser Publikation erfuhr:vor allem dem Herrn Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medi-cinal-Angelegenheiten für Gewährung eines Reisezuschusses zum Be-suche fremder Archive, sodann den Archivverwaltungen für stets hilf-bereites Entgegenkommen, teils bei Benützung an Ort und Stelle,teils bei Versendung von Archivalien nach Berlin, und zwar dem Vati-kanischen Archiv in Rom, den Staatsarchiven in Siena und Basel,dem Stiftsarchiv in St. Gallen, dem k. u. k. Haus-, Hof- und Staats-archiv in Wien, dem kgl. bayr. Reichsarchiv in München, dem kgl.sächs. Hauptstaatsarchiv in Dresden, dem Herrn Generaldirektor derkgl. preuss. Staatsarchive und den kgl. Staatsarchiven zu Berlin,Hannover, Marburg und Münster, dem Stadtarchiv zu Goslar und demdiplomatischen Apparat der Universität Göttingen.

Beim Lesen mehrerer Korrekturen stand mir Herr Dr. H. Krabbosachkundig zur Seite.

Engelbert Mühlbacher, der vor 20 Jahren dem Schüler die erstenWege zum Lesen alter Pergamene wies, sei dies Heft zum 60. Geburts-tag in herzlicher Dankbarkeit verehrt.

BERLIN, im März 1903.

MICHAEL TANGL.