Druckschrift 
Rheinisches Album oder Beschreibung, Geschichte und Sage des Rheingaues und Wisperthales mit der Umgegend
Entstehung
Seite
28
Einzelbild herunterladen
 

28 Üttatn?.

wcrpen einer der ersten Wall'enplätze Frankreichszu werden, ging Mainz einer glänzenden Zukunftentgegen, da vernichtete die Schlacht bei Leipzigalle diese schönen Erwartungen. Nach einer vier-monatlichen Blokadc, während welcher ungefähr4000 Personen des bürgerlichen Standes und mehrals 15000 zum Militär gehörige durch Hunger,Elend und ein ansteckendes Nervenfieber die Beutedes Todes geworden waren, wurde Mainz demdeutschen Vaterlands wieder einverleibt; 17 Jahrehatte es die Fremdherrschaft getragen: jetzt sollteos abermals eine Vormauer zum Schutze Deutsch-lands werden. Durch Verbesserung der altenund durch Anlage neuer Festungswerke gilt esjetzt für eine der grössten und wichtigsten Bun-desfestungen, deren bürgerliclie Stadt nebst ihremGrundgcbiete von 1816 an dein GrossherzogthumHessen angehört und seitdem eines blühendenWohlstandes und einer immer steigenden Han-delsfrequenz sich erfreut.

Mainz hat, die Festungswerke mit einbegrif-fen, 4 Stunden im Umfang und zählt etwa 32000Einwohner nebst 8000 Mann österreichischer undpreussischcr Truppen als Besatzung. Es hat 10Thore, 129 Strassen, worunter die drei Bleichenund die Ludwigsstrassc die schönsten, auch 27iillentlichc Plätze, unter letztern sind der Ou-Unfirrf/splutz, von welchem die Ansicht beigege-ben wurde, mit dem Theater und der 1837 demErfinder der Buchdruckerkunst errichteten Statue,der Paradfplutz am nördlichen Ende der Stadt,