6 lüicfllnibni.
Auch römische Bäder hat man in Wiesbadenentdeckt. Denn 1783, als das Badehaus zumSchützenhof erbaut wurde, fand sich beim Aus-graben der Fundamente ein merkwürdiges 90 Fusslanges römisches Schwitzbad. Sein Boden warmit gebrannten Ziegeln bedeckt, welche den Stem-pel der 22sten Legion trugen, derselben, die beider Erobsrung von Jerusalem thätig war. Dendabei aufgefundenen Denkstein hatte einer ihrerCenturionen in dankbarer Verehrung für wieder-erlangte Gesundheit dein Apollo geweiht.
Auch in dem Garten des Gast- und Badc-hauses zum Adler, und im Schwanen- und Rö-merbad hat man ähnliche römische Bäder entdeckt.In dem des letztgenannten fand man drei mensch-liche Gerippe, in deren Schädel sich länglicheStücke Blei befanden*).
Bei dem Bau der Schwalbacher Strasse, deinehemaligen Markt der Römer, fand man einenschönen Votivstein, dem Merkur und der Nun-dina, Göttin der Märkte, gewidmet, und unweitduvon wurde ein Opferaltar ausgegraben.
Römische und altdeutsche Grabhügel findensich in den Umgebungen von Wiesbaden sehrhäufig, besonders aber in der sogenannten Geis-hecke an der Schwalbacher Strasse und der Kohl-heckc bei dem ehemaligen Kloster Klarcnthal.
*) 8. Dorow, Opfcrstiitte und Grabhügel der Germanenund Römer am Rhein. Wiesbuden löiO—1821.