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hen. Auch hier, gleich wie bei den Burgen Stern-berg und Liebenstein am Rhein, herrscht die trau-rige Sage, dass ein Bruder den anderen erschlagenhabe! Uebrigcns ward diese Burg, die einst vonbedeutendem Umfang und Festigkeit gewesen seinmuss, in Urkunden abwechselnd Girstein, Gcrit-stein, Geroltstcin, Gernstein und Gerhardtstein ge-nannt. Sic war die Stammburg des alten imJahr 1573 erloschenen Geschlechtes von Gerhardt-stein oder Geroltstcin. Der erste Ritter von Ge-roltstcin tritt schon im Jahr 1261 auf. Im 14.Jahrhundert waren jedoch die Bewohner von Ge-rolstein Raubritter und der Schrecken der Um-gegend. Erzbischof Balduin von Trier zog daher1353 vor die Burg und belagerte dieselbe. Daes aber seinen Kriegern an Wasser gebrach,so wurde die Belagerung wieder aufgehoben. Wirlesen, dass sich einer aus dem Geschlechte dieserwilden Bitter 1478 als Domherr von Mainz zuTod studirt habe! Friede sei mit seiner Asche —es war in jener Zeit gewiss ein seltener Tod füreinen Edelmann. Wer die Burg besteigen will,was übrigens ein mühseliges Unternehmen ist,da sie sehr steil und unzugänglich auf dem Felsendaliegt, der nehme einen Führer von Gcroldsteinmit. Die Aussicht von oben herab ist zwar nichtweit, doch aber belohnend und in hohem Gradewild und schauerlich.
Während der Saison kommen häufig Kur-fremde von Schwalbach auf Eseln hierhergerit-ten, denn die Schönheiten dieser Thäler werden