Kübraljetm. 69
Nachdem man am Mäusethurm vorbeigekom-men ist, beginnen die Wirbel und Strudel dessogenannten Bingcrlochs, von dem bei hohemWasserstand wenig sichtbaren Felsenriff her-rührend, welches quer durch den Rhein zieht.Es gehörten Jahrhunderte dazu, um diese Passageso gefahrlos zu machen als sie nun ist, wo sichnur noch höchst selten einmal ein Unglück mitgrossen Schiffen oder Holländer Flössen ereignet.Die Sage erzählt, dass-Kaiser Karl der Grosseder Erste gewesen, welcher über diese Strudelgeschifft. Wenn dies auch gleich nicht der Fallist, denn schon die Römer befuhren mit leichtenSchiffen diese Stromstrecke, so scheint doch indieser Ucbcrlieferung angedeutet zu sein, wie ge-fahrvoll einst ein solches Unternehmen gewesensein mag. Die Phantasie des rheinischen Volkeskonnte sich den Ersten, welcher es gewagt, nurals einen so kühnen und gewaltigen Helden den-ken, als Karl der Grosse war! Mehrere Erzbi-schöfe von Main/, Hessen im neunten und zehntenJahrhundert den engen Felsenkanal, durch welchendie Schiffe passiren mussten, am linken Ufer er-weitern. Im cilften Jahrhundert, als sich Handelund Schifffahrt auf dem Rhein bedeutend vermehrt
7,ählt von Karl Gcib in seinem ansprechenden"Werke Sagen und Gcsehiehtcn des Kheinlandcs,Mannheim, Hof. 11156, und uheuso in den in-teressanten lthcinlandssagcn von Alfred Reumont,Köln und Aachen, Kohneu. 1037.