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Rheinisches Album oder Beschreibung, Geschichte und Sage des Rheingaues und Wisperthales mit der Umgegend
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Woll)ijoilro. 55

das sogenannte Waltlkathrinchen in einer selbstgemachten Hütte von Baumzweigen gewohnt.Wenn der Wandrer auf seinen Wegen in diesemThcile des Bheingaus vielJeicIit eine Gestalt er-blickt, welche in ein altes weisses Gewand gehülltist, einen Strohhut auf dem gebeugten Haupteund ein Körbchen am Arme trägt, wenn seinBlick einem bleichen Antlitz mit eingesunkenenZügen und trüben verglühten Augen begegnet,wenn dieses geisterhafte Wesen mit schnellen fastuuhörbaren Schritten an ihm vorüber gleitet: somag er gewiss sein, das arme „W'aldkathrinchcn"gesehen /u haben! Einst ein schönes und bra-ves Mädchen, ward sie von dem Heissgeliebtcnum eine andre reichere Braut verlassen. DerGram getäuschter Liebe brach ihr Herz und ihrGeist unidunkelte sich. Sie (loh die Menschen,wohnte Anfangs in jener Waldhütte, und lebtnun von der Milde guter Menschen. Trotz ihresseltsamen Ansehens geht sie selbst an der Roh-heit unangefochten, ja bedauert vorüber.

Von Geisenheim aus führt in einer kleinenhalben Stunde die Chaussee an den stattlichen,einst das Osteinsche l'alais bildenden Häuserndes Herrn Obristen von Gontard und Herrn W'ein-händlcr Dresse! und Sohn u. a. m., wie auch andem in italienischem Geschmack neuerbauten schö-nen Hause des Herrn W'einhändlcr Lade undSöhnen vorbei, nach Rüdesheim. Kin fruchtbarestrefllich benutztet Gelände zieht sich links bis an«Ich Bhein hinab, weither zwischen Geiscniioim