Band Vil.
II. Abschnitt: Nervöse Störungen nach Verletzungen der Wirbelsaule Und des Rückenmarkes.
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Name
und
Regiment
Art, Ort und
Tag derVerletzung
Krankheitssymptome
gleich nach der
Verletzung
ErnstFreudenberg,
1. Bat. 2. West-preussischen Land-wehr-RegimentsNo. 7.
Gewehrschuss.
Dasle,9. Januar 1871.
Die feindliche Kugeltrat an der spina ileiant. sup. dext. ein undwurde links vom Kreuz-bein — die nähere An-gabe fehlt — herausge-schnitten. Unmittelbarnach der Verwundungwar die Entleerung derBlase unmöglich.
Diagnose
Verla
VerletzungdesLenden-marks.
Anfang März 1871 konnten dieWunden als geheilt betrachtet wer-den. Als F. am 27. Mai 1871, etwa5 Monate nach der erlittenen Ver-wundung, zwecks seiner Invalidi-sirung untersucht wurde, bestandBlasenlähmung und motorischeSchwäche beider Unterextremitäten.Patient war genöthigt, seine Blasemit dem Katheter zu entleeren undkonnte wegen Schwäche und Un-
sicherheit in beiden Beinen nicht lange gehen.
Ein Jahr darauf hatte sich im Wesentlichen an seinem Zustande nichts geändert.
Am 25. Juli 1873 zeigte sich auch Mastdarmlähmung, daneben Atrophie der rechten Unterextremität.Derselbe Befund am 20. Juni 1874.
Der Kranke fand Aufnahme in dem Garnisonlazareth Liegnitz. In diesem konstatirte man : Unmöglichkeit,ohne Katheter den Urin zu entleeren, hartnäckige Stuhlverstopfung, unwillkürliche Kothentleerung beimGebrauch von Abführmitteln, motorische Schwäche des rechten Beines, welches beim Gehen geschleppt wird,messbare Umfangsabnahme dieses Gliedes, sowie blasses und kränkliches Aussehen.
Carl HeinrichJohann Bierhaus,
Niederrheinisches
Füsilier-Regiment
No. 39.
WilhelmHaberland,
1. Garde-Artillerie-Munitions-Kolonne.
Gewehrschuss.18. August 1870.
Die Kugel traf rechtsneben der Wirbelsäulein der Höhe der letztenRippe die Lumbarge-gend. Lähmung derBlase, des Mastdarmsund der Unterextremi-täten.
VerletzungdesLenden-marks.
15. April 1872: Blasse Farbe,Kreuzschmerzen, Blasenlähmung.Urin tröpfelt fortdauernd ab. Schlep-pender, mühsamer Gang auf kurzeStrecken.
Sturz mit dem
Pferde in einen
Graben.
Oktober 1870.
Quetschung der Wir-belsäule.
Periostitis.
Pachy-meningitis
spinalis.
Erst einige Zeit darauf bemerkteer eine eigenthümliche Steifheit undSchwäche in den Beinen, sowiereissende Schmerzen in denselben,die nach und nach stärker wurden.— Trotzdem that er seinen Dienstweiter, bis ihn die zunehmende Schwäche in den Beinen am 25. Dezember 1870 in das 8. Feldlazareth desGardekorps führte. Von hier wurde er nach Deutschland und am 6. Februar 1871 zu seinem Ersatz-Truppen-theil evakuirt, nachdem eine wesentliche Besserung seiner Beschwerden eingetreten war, doch musste er am4. Mai, weil die Lähmung der Beine allmälig wieder zunahm, in das Garnisonlazareth zu Berlin aufgenommenwerden, wo er sich bis Ende Juli 1871 in Behandlung befand. Während dieser Zeit hatte trotz aller ange-wandten Mittel das Leiden sich stetig verschlimmert ; die Lähmung der Beine war eine so hochgradige geworden,dass H. nur mit der grössten Anstrengung, auf das Bett gestützt, sich aufrichten und nur unterstütztstehen oder gehen konnte. Bediente er sich dabei des Stockes, so setzte er diesen vor sich hin, liess so dasGewicht des Rumpfes auf dem Stocke ruhen und zog dann beide Beine langsam nach. Auch in beiden Armenbestand seit einiger Zeit eine beträchtliche Muskelschwäche, die links stärker war als rechts Die Empfind-samkeit in den Extremitäten war nicht wesentlich beeinträchtigt. Die Wirbelsäule zeigte sich vom 4 bis zum8. Brustwirbel sehr schmerzhaft gegen Druck, die Wirbel waren hier offenbar geschwollen, auch traten nichtunerhebliche spontane Schmerzen auf, namentlich bei Bewegungen.
4. Juli 1872: Der 5. Brustwirbel erscheint bei Druck schmerzhaft und ist nach links hin etwas geschwollenauch bei Berührung des 6. und 8. Brustwirbels klagt H. über Schmerzen. Die Muskulatur des Körpers ist gutentwickelt. Wenn H. die Augen schliesst, tritt ein Schwanken nicht ein. Derselbe geht auf einen Stock ge-stutzt unter fortdauerndem Zittern des ganzen Körpers, welches letztere auch beim Sitzen nicht ganz schwindet.2o. Juli 1873 : Der Patient ist ein muskulös sehr kräftig und gleichmässig entwickelter Mann. Anschwellung
anden. Seine Bewegungen mit Hilfe eines Stockes sind ziemlich frei.
Quelle
Kranken-JournalundInvaliden-Akten.
Kranken-Journal.Zählkarte.
Invaliden-Akten.
IM
J