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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
Seite
91
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Bund VII.

II. Abschnitt: Nervöse Störungen nach Verletzungen der Wirbelsäule und des Rückenmarkes.

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Name

und

Regiment

Art, Ort und

Tag derVerletzung

Krankheitssymptonie

gleich nach der

Verletzung

Diagnose

Verlauf

Quelle

Heinrich Gabibeck,

Grenadier-RegimentKönig Friedrich

Wilhelm IV.

(1. Pommersches

No. 2).

Eisenbahn-unglück.

22. Juni 1871.

Konnte nach dem Zu-sammenstoss der Zügenicht gehen und daslinke Bein, wenn es lag,nicht aufheben, hieltdasselbe im stumpfenWinkel gebogen.

Rücken-marks-

erschütte-rung.

23. Juli 1871: Kann das linkeBein strecken.

6. August 1871 : Geht auf Krücken,klagt über starke Schmerzen in denBeinen.

30. Oktober 1871: Atrophie deslinken Beines am Oberschenkel um1, am Unterschenkel um 1 /> Zoll.Muskulatur dieser Extremität schlaff. Kreuzbeingegend geschwollen. Die Zehen des rechten Fusses könnennicht bewegt werden.

1877: Lähmungsartige Schwäche beider Unterextremitäten, besonders der linken, Abmagerung undAtrophie beider Unterschenkel. Keine Sensibilitätsstörung, normale elektromuskuläre Reaktion.

Invaliden-Akten.

XXXIV.

Joi

I

Gottfried Rudolph,

1. Thüringisches

Infanterie-Regiment

No. 31.

Eisenbahn-unglück.Zusammenstosszweier Züge.

6. August 1870.

Rücken-

marks-

erschütte-

rung.

8. Oktober 1872: Schwäche undvermindertes Gefühl im rechtenBeine, welches beim Gehen zittertund leicht ermüdet.

1874: Gefühl von Taubheit imrechten Beine, Schmerzen im Kreuz.Schwanken bei geschlossenen Augen.1883: Ist Schuldiener, arbeitet neben seiner amtlichen Thätigkeit ñeissig als Tischler und ist scheinbarganz wieder hergestellt.

Invaliden-Akten.

August Müller,

4. Brandenburgisches

Infanterie-Regiment

No. 24.

Gewehrschuss.

Vionville,

16. August 1870.

Verlauf des Schuss-kanals vom rechten Hüft-kamm quer über dieuntere Lendenwirbel-säule zum linken Tro-chanter. Motorische undsensible Lähmung derUnterextremitäten. In-continentia urinae.

VerletzungdesLenden-marks.

September 1870: Paralyse derBlase, Blasenkatarrh, Secessus inscii,Taubheit an der Innenseite derUnterschenkel.

März 1871 : Blase und Mastdarmim Zustande der Halblähmung. Im-potenz. Schwäche der Unterextremi-täten.

Oktober 1874: Paresis der Schliess-muskeln der Blase und des Mast-darmes.Bei nicht ganz gefüllter Blase werden schon durch massige Hustenstösse einige Tropfen Urin ent-leert, welcher klar und pathologisch nicht verändert ist. Wird die Blase stark gefüllt, so sickert der Urinunwillkürlich, und zwar anfangs tropfenweise, später ohne Strahl in grösseren Quantitäten ab. Die After-mündung ist hervorgewölbt. Der in den Mastdarm eingeführte Finger findet nur einen geringen Widerstandvon Seiten des Schliessmuskels."

Etwas anders lautet die Krankheitsbeschreibung bei Fischer:

22. August 1870: Parese der Unterextremitäten, geringe Beweglichkeit der Zehen, Sensibilität herabgesetzt,nur schmerzhafte Gefühlseindrücke werden noch dumpf perzipirt. Retentio urinae et alvi.6. September 1870: Patient urinirt selbst. Sensibilität wiedergekehrt.10. September 1870: Die Beweglichkeit freier. Fortan rasche Besserung.

Kranken-JournaleundInvaliden-Akten.

Vergl.

Fischer.

ErnstKlingelstein,

4. Thüringisches

Infanterie-Regiment

No. 72.

Fall in einen circa

20 Fuss tiefen

Steinbruch.

Rezonville,18. August 1870.

Besinnungslosigkeit.

Rücken-marks-quetschung.

Myelitistraumatica.

12. Juni 1871: Starke Empfind-lichkeit der Wirbelsäule in der Ge-gend der drei untersten Brust- und2 obersten Lendenwirbel. Reifen-gefühl um den Unterleib. Vermin-derung der Sensibilität in denUnterextremitäten bis zum Nabel.Incontinentia urinae. Gang unsicher, schwankend. Unmöglichkeit, bei geschlossenen Augen aufrecht zustehen. Urin ohne Eiweiss und Zucker.

25. Juli 1871: Weitere Abnahme der Sensibilität und Motilität in den Unterextremitäten, absolute Unfähig-keit, sich aufrecht zu erhalten.

12*

Nach einerZählkarte.