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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
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IV. Kapitel: Erkrankungen des Ceutral-Nervensysteins und nervöse Störungen nach Verletzungen.

Bund I

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XXXVII.

XXXVIII.

XXXIX.

Name

und.

Regiment

Art, Ort und

Tag der

Verletzung

Karl Bensch,

3. Brandenburgisches

Infanterie-Regiment

No. 20.

Gewehrschuss.

Mars la Tour,

16. August 1870.

Krankheitssymptonie

gleich nach der

Verletzung

Diagnose

Verlauf

DasGeschoss drang aufder Höhe des 4. Lenden-wirbels in der Mittel-linie ein und ist steckengeblieben. Lähmungbeider Beine.

Verletzung Schnelle Herstellung der Motilitätder Lenden- im rechten Bein.Wirbelsäule. März 1871: Vollständige motu'rische und sensible Lähmung deslinken Unterschenkels. SensibleLähmung der Hinterseite des linkenOberschenkels.März 1872: Mit dem linken Fusse kann keine Bewegung ausgeführt werden. Bewegungen im Knie sindzwar möglich, aber die Kraft in den Oberschenkelmuskeln ist ausserordentlich gering. B. geht an Krücken.

Karl Gunst er,

5. BayerischesInfanterie-Regiment.

Fall aus einemEisenbahnwagen.

3. August 1870.

Klagen über Rücken-schmerzen, leichte Er-müdung beim Gehen.

Myelitistraumatica.

22. Januar 1872: Gehen nur einige Schritte weit unter Festhalten möglich.

1875: Atrophie und Paralyse der Unterextremitäten. Krümmung der Wirbelsäule.

21. August 1870: Lähmung derunteren Gliedmaassen.

18. April 1871: Sensible undmotorische Lähmung der Beine;Lähmung der Blase und des Mast-darmes. Spastischer Gang.

Dauernde Bettlage.

Heinrich Wandtke,

6. Pommersches

Infanterie-Regiment

No. 49.

Sturz von einerAnhöhe.

18. August 1870.

Gleich nachher wardas Gehen unmöglich.Druck auf die Lenden-wirbelsäule und dasKreuzbein äusserstschmerzhaft.

Läsion der

Lenden-wirbelsäule.Quetschungdesplexussacralis.

Eine neunmonatliche Lazareth-behandlung besserte die Krankheits-symptome nicht. Jeder Versuch, zustehen und zu gehen, rief Schmerzhervor, welcher besonders in dasrechte Bein ausstrahlte.

Juli 1873: Allgemeine Ab-magerung, Schwund der Mus-kulatur des rechten Beines, Ver-biegung der Wirbelsäule.

1. November 1879: Rechtes Bein im Knie gebeugt, Kniegelenk nach innen gerollt, nur Fussspitze denBoden berührend. Fortwährender Tremor beim Stehen und Sitzen in diesem Beine, festes Auftreten genügtnicht, ihn völlig zu bekämpfen. Gleicher Ernährungszustand beider Beine, 32 cm an Unter-, 34 cm an Ober-schenkeln. Skoliose mit der Konvexität nach links. Schmerz bei Druck auf das rechte Kreuzbein Darm-beingelenk. Händedruck rechts schwächer als links, rechter Arm im Umfang um 1 bis 1 /z ein stärker.

Gegen induzirte elektrische Ströme besteht eine ausserordentliche Empfindlichkeit, derart, dass selbstdurch die schwächsten Ströme, sowohl direkt als indirekt Muskelzuckungen ausgelöst werden, welche indessauf beiden Körperhälften gleich ausgiebig sind. Zugleich beginnen, sobald der induzirte Strom geschlossenwird, ausserordentlich starke zitternde Bewegungen des rechten Beines, welche sofort schwächer werden, sobaldunter Stehenlassen der Elektroden der Strom unterbrochen wird. Das linke Bein betheiligt sich an diesenzitternden Bewegungen nicht. Erhebt man bei verbundenen Augen das rechte Bein des Patienten und giebtihm auf, das linke in dieselbe Höhe zu bringen, so hält er dieses bedeutend höher; erhebt man das linke, sowird bei gleicher Aufforderung von dem Patienten das rechte weniger hoch geführt. Beim passiven Erhebenbeider Beine zu gleicher Höhe wird das rechte weniger hoch erhoben angegeben als das linke. Lässt mannun mit der linken Hand die Höhe der Erhebung angeben, so wird die Hand in der Höhe der linken Fussspitzegehalten. Etwas Analoges findet, wenn auch nicht in demselben Grade ausgeprägt, am linken Arm statt.Ebenso wird Wärme und Kälte rechts weniger scharf empfunden, als links, so dass dasselbe mit warmem Wassergefüllte Gefäss, zwischen beide Unterschenkel gestellt, links als wärmer bezeichnet wird, als rechts. Um denEindruck gleicher Wärme an beiden Unterschenkeln zu erzielen, muss man beispielsweise das an das rechteBein zu haltende Gefäss auf 40°, das an das linke Bein zu haltende auf 30° R. erwärmen. An denArmen findet dieses Verhalten nicht statt. Bei der vergleichenden Prüfung des Drucksinnes an beiden Beinenund Armen ergiebt sich, dass rechts eine zwei- bis vierfach so starke Belastung nöthig ist, um den Eindruck einesbestimmten Druckes zu machen, als links. Umgekehrt wird bei selbstthätigem Aufheben von Gewichten rechtsein Pfund so schwer angegeben, als links zwei Pfund. Die Prüfung der Hautempfindlichkeit ergiebt an denrechten Extremitäten ein weniger scharfes Empfinden als links und zwar werden Hautreize wie leichte Nadel-stiche rechts erheblich exzentrisch verschoben bezeichnet.

Band VII

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