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Band VII.
II. Abschnitt: Nervöse Störungen nach Verletzungen der Wirbelsäule und des Rückenmarkes.
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seits, dass es sich allmälig zunehmend zu einer Zeit schonwieder einstellt, da das Bewusstsein noch unzweifelhaft voll-kommen fehlt. Hierbei kehren die rhythmischen Zuckungenzuerst im Daumen und in der Hand wieder und verbreiten sichvon da ab, allmälig zunehmend, über die ganze Extremität.Beim Wiedereintritt des Bewusstseins ist das Schütteln schonmehrere Minuten lang wieder so deutlich vorhanden, wie vordem Beginn der Narkose. Während des Schlafes des Invalidennimmt die Intensität des Schütteins etwas ab, ohne übrigensganz zu verschwinden. Dabei bleibt aber zu bemerken, dassder Schlaf des Invaliden niemals so tief war, wie während desHöhestadiums der Chloroformnarkose.
Hand und Arm rechterseits sind gut entwickelt, etwasvoluminöser als linkerseits (im Mittel 1 cm). Passiven Be-wegungsversuchen setzt die Extremität energischen WiderstandIntgegen, wobei sich das Schütteln steigert.
Der Kranke giebt an, die Hand aktiv nicht schliessen, dieeinzelnen Abschnitte aktiv nicht viel beugen zu können. Inder Narkose ergiebt sich, dass ein mechanisches Hinderniss hier-
für nicht vorliegt, sondern dass das qu. Unvermögen lediglichdie Folge der krampfhaften Erregung der Muskeln ist.
Die Sensibilität scheint an Hand und Vorderarm herab-gesetzt. Die rohe Muskelkraft hat bis jetzt nicht abgenommen,wie auch die Derbheit der Muskeln und deren Ernährungs-zustand bis jetzt nicht vermindert, sondern eher erhöht erscheint.
Ausserdem giebt der Kranke noch an, dass ihm Bedeckungder Extremität leicht ein Gefühl abnormer Wärme verursacheund dass er den Arm häufig anders legen müsse, sonst empfindeer Kribbeln und Stechen in ihm, es sei ihm als laufen Hornisseim Arme herum.
Der Kranke sieht gealtert aus, sein Gesichtsausdruck ist traurig.
An der Speichenseite des Vorderarms finden sich 10 cmüber dem Handgelenk zwei, 3 cm von einander entfernte Narben,welche mit der Unterlage nicht verwachsen und nicht abnormempfindlich sind.
Das Zittern soll sich nach der Angabe des Invaliden ziem-lich bald nach der Verwundung eingestellt haben. Erstmals kon-statirt ist es in einem militärärztlichen Attest vom 26. Juni 1874.
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Zweiter Abschnitt.Nervöse Störungen nach Verletzungen der Wirheisäule und des Rückenmarkes. 1 )
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Nameund
Regiment
Art, Ort und
Tag derVerletzung
Krankheitssymptome
gleich nach der
Verletzung
Diagnose
Verlauf
Heinrich FriedrichWilhelm Brocke,
1. Hessisches
Husaren-Regiment
No. 13.
Sturz nach rück-wärts auf derTreppe mit einemSack Weizen,welcher auf denSchultern getra-gen wurde.
Gravelotte,18. August 1870.
Dislocatio 1872: Vornehmlich linker Armvertebr. und linkes Bein gelähmt, Harn-dorsal. V. verhaltung, Obstruktion.VI. VII. 1874: Parese beider Beine. Re-
tardation von Stuhl und Urin. Pat.geht langsam und gebückt mit Hilfeeines Stockes.
1877: Lähmungsartige Schwächebeider Beine, besonders des linken,in welchem auch Atrophie beginnt.Stuhlgang retardirt. Harnentleerung unter Hilfe eines Katheters.
1879: Keine Atrophie im linken Beine. 5., 6., 7. Brustwirbel eingesunken, linker Fuss kalt, linker Armparetisch, Sensibilität in den unteren zwei Drittheilen aufgehoben, geht gespreizt mit Hilfe eines Stockes.
5., 6., 7. Brustwirbelstark nach hinten undetwas seitwärts hervor-ragend , druckempfind-lich. Völlige motorischeLähmung der Unter-extremitäten und desMastdarms.
Carl Julius Thiel,
1. Garde-Regimentz. F.
Gewehrschuss.
St. Privat,18. August 1870.
Chassepotkugel ; 2 Zollnach oben und aussenvon der Spitze des linken
Schulterblattes einge-drungen und handbreitunter der Spitze desrechten Schulterblattesausgetreten. Totale mo-torischeLähmung beiderUnterextremitäten. Ver-schiebung des unterstenBrustwirbels nach vorn.
Dislocatiovertebraedorsi XII.
nach vorn.
Compressio
medullae
spinalis.
21. Oktober 1870: GänzlicheLähmung des linken, theilweiseLähmung des rechten Beines. Sen-sible Lähmung der Haut des unterenTheils der linken Thoraxwand. Be-handlung mit dem konstanten Strom.
8. Februar 1871: Die Lähmungdes rechten Beines ist fast ganz,diejenige des linken etwas gehoben,auch die Haut der linken Brusthälftehat ihr Gefühl wiedergewonnen.
Quelle
Invaliden-Akten.
Kranken-JournaleundInvaliden-Akten.
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Vergl. hierzu die Verwundungen der Wirbelsäule in der zweiten Abtheilung des III. Bandes dieses Berichtes.