Band VII.
III. Abschnitt: Veränderungen an den Knochen.
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15. bis 20. Oktober 1870: Erysipelas des Ober- und Vorder-armes und der Brust. Inzisionen.
19. April 1871: Knöcherne Ankylose. Hand und Fingerin Extensiousstellung weder aktiv noch passiv zu beugen.4. und 5. Finger empfindungslos, in den übrigen die Empfindungbedeutend herabgesetzt.
1876: Aus Gurlt, die trophischen Störungen der Haupt-gebilde durch Dr. Julius Wolff konstatirt: „An der Rück-seite des Ober- und Vorderarmes und der Hand findet sich eineBehaarung, die fast doppelt so lang als links und dichter alsdort ist. Die Beuge- und Streckseite der Ellenbogengelenk-gegend, die Beugeseite des unteren Drittels des Vorderarmesund die Dorsalseite der zweiten und dritten Finger-Phalangen,die links frei von Haaren sind, finden sich rechts behaart. DieHaut zeigt auf dem Rücken der zweiten und dritten Phalanxdes zweiten bis fünften Fingers eigentümlichen Glanz undGlätte, ist hier ein wenig geröthet und vollkommen ohne Falten.Der Daumennagel zeigt nichts Abnormes. Die Nägel des zweitenbis vierten Fingers sind seitlich stark gewölbt und wachsen,ebenso wie der des fünften Fingers, viel stärker als die derlinken Hand und sind stärker als im normalen Zustande gerifft.Der etwas verdickte Nagel des fünften Fingers zeigt von derWurzel her vier quere Furchen oder Riffe; bei Druck auf den-selben entstehen Schmerzen im Verlaufe des n. ulnaris bis überdas Ellenbogengelenk hinauf. Verkürzung des Gliedes un-bedeutend; vom Akromion über den ankylotischen Ellenbogenfort bis zum Proc. styl, ulnae gemessen, beträgt die Länge derresezirten Extremität (¡3, die der gesunden, bei derselbenStellung 6öcm. Umfang um die Mitte des Oberarmes rechts23 "A, links 27'Acm, um den stärksten Theil des Vorderarmesrechts 22 '/», links 27 l Acm; Muskulatur schlaff. — Die |—för-mige Operationsnarbe, etwa 10 cm lang, in ihrem Längstheilebreit und strahlig, etwas eingezogen und adhärent, ist schonbei leichter Berührung äusserst empfindlich in der Länge von7 bis 8 cm im Verlaufe des n. ulnaris.
Im Schultergelenk aktive Erhebung bis zur Horizontalen,passive etwas weiter möglich. Handgelenk beweglich, ebensoder Zeigefinger, mit Ausnahme des Metakarpo-Phalangeal-geleukes; die drei letzten Finger in gestreckter Stellung aktivgar nicht, passiv ganz wenig zu beugen. Alles Fassen gröbererund feinerer Gegenstände, sowie das Heben und Tragen massigerLasten ist nur mit Daumen und Zeigefinger möglich.''
15. Januar 1884: Dichter besetzte, aber keineswegs längereHaare an der Dorsalfläche des rechten Vorderarmes. Handkalt, Haut derselben dünn und glänzend, namentlich an derUlnarseite. An den Nägeln nichts Besonderes.Umfang der Mitte
des Oberarmes......rechts 23, links
der stärksten Stelle des Vorderarmes . „
des Handgelenkes......
der Mittelhand ohne Daumen . .
mit * - • . a
der Grundphalanx des Mittelfingers „,, h „ kleinen Fingers „
Bedeutende Atrophie des rechten Kleinfingerballens unddes m. interosseus primus.
Länge der rechten Hand von der Spitze des Mittelfingersbis zu einer wagerechten von dem unteren Ende der Ulna ge-zogenen Linie 21 cm, links 22 cm.
Breite der rechten Mittelhand zwischen den gegenüber-stehenden Phalango-Metakarpalgelenken 7V2Cm, links 9 cm.Patient behauptet, niemals von Schmerzen frei gewesen zusein. Als den Sitz dieser Schmerzen bezeichnet er das Ulnaris-gebiet.
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LX1. Heinrich Quast, Füsilier im 3. BrandenburgischenInfanterie-Regiment No. 20, verwundet am 24. November 1870bei Neuville: Zerschmetterung des rechten Ellenbogengelenkesdurch Gewehrkugel. Resectio cubiti.
6. April 1871: Verkürzung der Extremität um zwei Zoll,Muskulatur auffallend geschwunden.
25. Oktober 1871: Schultergeleuk, Arm und Hand abge-magert und fast vollständig gelähmt.
1875: Aus Gurlt, die trophischen Störungen der Haut-gebilde durch Dr. Julius Wolff konstatirt: „Haarwuchs ander unteren Partie der hinteren Oberarmfläche und am ganzenVorderarm sehr viel länger und dichter als links. Die Haaredurchschnittlich 2 bis 3 cm lang gegen 'A bis 1 cm an der ge-sunden Seite. Die Finger fast vollkommen faltenlos. Die Nägelüberall hart, gelb, glanzlos und brüchig, viel schneller wachsendals auf der gesunden Seite. (Bis 1874 soll das Nägelwachs-thum noch viel auffälliger, als jetzt, vermehrt gewesen sein.)— Verkürzung der ganzen Extremität ungefähr 8 cm, wovondas Meiste auf den Oberarm zu kommen scheint. Umfang desrechten Oberarmes 24, des linken 29 cm, des rechten Vorder-armes 23, des linken 26 cm. Muskulatur etwas schlaffer alsauf der anderen Seite.
Operationsnarbe bei Berührung unempfindlich, weich, nurtheilweise adhärent. Eine Knochenneubildung scheint sich amCond. ext. zu finden, der einen ziemlich normalen Umfang hat :an den übrigen Gelenktheilen keine Knochen-Regenerationwahrzunehmen. Ligamentöse, massig schlotternde Gelenkver-bindung. — Dieselbe ist passiv nach den Seiten und in derBeugerichtung leicht beweglich; aktiv ist weder Flexion nocliExtension im geringsten Grade möglich, dagegen eine sehrgeringe aktive Pro- und Supination.
Im Schultergelenk aktive Erhebung des Armes bis zurHorizontalen; passive weitere Bewegungen sind schmerzhaft.Handgelenk und Daumen vollständig aktiv beweglich, die übrigenFinger auch mit einiger Kraft zu strecken und zu beugen ;letzteres aber nicht ganz vollständig. Q. kann mit Daumenund Zeigefinger feine Gegenstände (Nadeln) fassen und fest-halten und ein massiges Gewicht heben. Der Druck der Handist ziemlich schwach."
15. Januar 1884: Schlottergelenk. Sämmtliche Fingerder rechten Hand aktiv bewegungsfähig, ohne Sensibilitäts-abstumpfung. Handgelenk frei beweglich. Hand feucht, warm,Haut von normaler Dicke. Nägel unversehrt und ungestörtenWachsthums.
Keine spontanen Schmerzen.
Umfang des Oberarmes.....rechts 24'A, links 29 cm,
„ „ Vorderarmes . . . . „ 24 '/«, „ 26 „
„ „ Handgelenkes . . . . „ 17, „17 „
„ der Mittelhand ohne Daumen „ 20, „ 21 „mit „ „ 22, „ 23 l k „
Länge der Hand von der Spitze des Mittelfingers bis zueiner Wagerechten vom unteren Ende der Ulna aus rechts 18,links 18 cm. Breite der Hand zwischen denMetakarpo-Phalangeal-gelenken rechts 6'A, links 8 cm. Die Mittelhand stark gewölbt,daher die Differenz.
Hierher gehören ferner noch folgende zwei Fälle:
LXII. Pathologisches Längenwachsthum des Ober- und
Unterschenkels bei gleichzeitiger Verkleinerung des Fusses
nach einer Hüftgelenksverletzung.
Bernhard Pehlke, 2. Kompagnie 4. BrandenburgischenInfanterie-Regiments No. 24, wurde am 16. August 1870 durch