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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
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II. Kapitel: Trophoneurosen nach peripheren Verletzungen.

Band VII

L1V. Grenadier Kämpf, verwundet bei St. Privat, 25 Tagedarauf Resektion des rechten Fussgelenks durch Lossen, vonTibia und Fibula 5 cm entfernt, der zertrümmerte Talus inStücken extrahirt. Im Juli 1871 fand Karpinski den rechtenFuss um 1 V* Zoll verkürzt.

LV. Feldwebel Seefeld, 30 Jahre alt, bei Mars la Tourverwundet, 15 Tage später im rechten Fussgelenk von Schön-born resezirt; die unteren Enden von Tibia und Fibula ineiner Länge von 10 cm entfernt, der unversehrte Talus zurück-gelassen. 1874 fand Karpinski den rechten Fuss um etwaX U Zoll verkürzt.

LV1. Schanz, 22 Jahre alt, bei St. Privat verwundet, zweiMonate später von Jahn im rechten Fussgelenke resezirt. 1874sah Gurlt den rechten Fuss um etwa l'/a cm verkürzt.

Hierzu kommen die von J. Wolff und dem Verfasseruntersuchten Fälle:

LVII. Grenadier John, 23 Jahre alt, bei Spicheren verwundet,etwa 3 Monate später von Hüpeden im rechten Fussgelenkeresezirt, 1876 von Hüpeden dem 5. Chirurgenkongress vor-gestellt, hat an der resezirten Extremität einen um 1 '/2 bis2 cm verkürzten Fuss.

Hechts (kranke Seite). Links.Von der Ferse bis zur Spitze der 1. Zehe 27'/2, 28'A

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LVIII. Carl Seiffert, Unteroffizier, geboren 30. Januar 1846,verwundet bei Mars la Tour am 16. August 1870. Schussfrakturder rechten Patella. Kniegelenksentzündung. Heilung mitAnkylose in Streckstellung.

1884 Atrophie des Oberschenkels um 4 cm und geringeHypertrophie des Unterschenkels um 1 '/4 cm, an dessen Hautleichte Varicen zu sehen sind. Fuss um 1 '/2 cm kürzer alsder linke, 3 /i cm schmaler. Vermehrter Haarwuchs am Ober-schenkel.

LIX. Wilhelm Höpfner, Sergeant im 3. Garde-Regimentz. F., am 18. August 1870 bei St. Marie aux Chênes Schussdurch den rechten Ellenbogen.

30. August 1870: Resectio cubiti.

Nach Gurlt, die trophischen Störungen der Hautgebildewurden im Jahre 1875 von Dr. Julius Wolff konstatirt:Deroperirte Arm zeigt überall ziemlich erheblich verstärkten Haar-wuchs, namentlich an der unteren Partie der hinteren Oberarm-fläche und in der Olecranongegend. Die Haut der abgemagertenHand ist am Rücken überall glatt und faltenlos; der kleineFinger zeigt überall, auf der Volar- und Dorsalseite, eine tiefeblaurothe Färbung, starken Glanz und Glätte (das gegenwärtigeAussehen soll seit dem Erfrieren des Fingers zurückgebliebensein). Die Nägel stark seitlich gewölbt, verdickt, mit auf-fälligen Längsriffen versehen; ihre vordere Hälfte ist dunkel-braun gefärbt und glanzlos. Der Nagel des kleinen Fingerszeigt einen bis auf das Nagelbett dringenden, quer verlaufenden,gegenwärtig in der Mitte des Nagels befindlichen Einschnitt,

an welchem der Nagel abbricht, sobald die Einschnittsstellenach vorne gerückt ist, während sich hinten sogleich wiederein neuer Einschnitt bildet. Sämmtliche Nägel der rechtenHand wachsen äusserst schnell und müssen angeblich doppeltso häufig abgeschnitten werden, wie an der linken Hand.

Länge des rechten Os hum. 25, des linken 34 cm; Um-fang des rechten Oberarmes 24, des linken 29 cm; Umfang desrechten Vorderarmes 23, des linken 26 cm. Massige Ernährunjdes Gliedes und Entwickelung der Muskulatur.

13 cm lange, grösstentheils adhärente, sehr breite, gänzlichunempfindliche Narbe. Nach innen von derselben eine tiefeingezogene, bei Druck empfindliche, offenbar mit n. ulnar, zu-sammenhängende Narbe, da die schmerzhafte Empfindung 1¿in den kleinen Finger zieht. Mehrere Inzisionsnarben, 70«Eitersenkungen herrührend, an der Aussen- und Innenseite; inder Ellenbogenbeuge die Narbe der zuletzt offen gewesenenFistel, durch welche die nekrotischen Sequester abgegangenwaren. Knochenneubildung am Os hum. nicht vorhanden, wohlaber, in nicht ganz geringem Umfange, an den oberen Endender Vorderarmknochen. Gelenkartige straffe Verbindung.

Aktiv eine nur geringe Beugung um wenige Grade, pass«eine solche bis zum rechten Winkel möglich, während ditStreckung weder aktiv noch passiv eine ganz vollständige istPro- und Supination aktiv und passiv unmöglich.

Beweglichkeit des Schulter- und Handgelenkes frei; diiobere Extremität aber nicht bis zur Vertikalen zu erheben,weil der Vorderarm dabei herabhängt. Fingergelenke wed«aktiv noch passiv vollständig durchzubiegen, am vollständigste!die des Daumens, am wenigsten die des kleinen Fingers. DilHand vermag gröbere und feinere Gegenstände zu fassen, anclein gewisses Gewicht in vertikaler Richtung, viel weniger alie:in horizontaler Richtung zu fassen und zu heben. H. ge-braucht vorzugsweise die linke Hand; er vermag zwar mit darechten Hand zu schreiben, ist aber ungeübt mit derselbenweil er seit der Entlassung aus dem Lazareth mit der link«Hand schreibt.

15. Januar 1884: Hand- und Fingergelenke beweglidiGefühllosigkeit nur am Ulnarrande des kleinen Fingers. Haudieses Fingers blauroth, dünn, die Röthe zieht bis zum Hand-gelenke hin. Am Nagel des kleinen Fingers in der Mitte eiltiefe Querfurche. Das Haarwachsthuni an der Dorsalfläche desVorderarms dichter als links. Sämmtliche Fingernägel wachseirascher als auf der anderen Seite.

Rechts. Links.

Umfang des Oberarms........ 25, 31 ci

Vorderarms........ 23, 26 V- 1 >

Handgelenks.......16, 17 ,

der Mittelhand mit Daumen ... 20, 23'/2 ,ohne ... 17, 20 1 /-'.

des Ringfingers........ 6, 9 ,

Daumens........ 6, 6

Länge der Hand von der Spitze des Mittel-fingers bis zu einer von dem unteren Endeder Ulna gezogenen Horizontalen . . . . 19, 20 /2 ,Breite der Hand zwischen Metakarpo-Phalangeal-

gelenken............7 /j, 8 -

Patient klagt über periodische Schmerzen in Vorder««und Hand, die ihn seit seiner Verwundung nicht verlassethaben.

LX. Wilhelm Dolch, vom 1. Garde-Regiment z. F., er-hielt am 18. August 1870 bei St. Privat eine Gewehrkugel«den rechten Ellenbogen.

11. September 1870: Resectio cubiti.

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