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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
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I. Kapitel: Traumatische Epilepsie.

Band VII.

Danach sind von Sensibilitätsstörungen die sub-jektiven die erheblichsten. Der Kranke klagt über Schmerzenim linken Arm und in der Gegend der drei obersten Rücken-wirbel, welche bei Druck und unter Witterungseinflüssensich steigern.

Die Schmerzen sind kontinuhiich, zeigen nur einenperiodischen Wechsel ihres Grades, wachsen an namentlichbei Druck. Eine objektive Beeinträchtigung der Sensibilitätist ebenso unzweifelhaft, ihr Grad und ihre Art geht ausdem Status nicht deutlich hervor. In der motorischenSphäre machen sich vor Allem Reizerscheinungen geltend.Bei intensiven Bewegungen treten Schüttelkrämpfe auf,welche an der Hand beginnen, den Vorder- und Oberarmergreifen und bei fortgesetzter Dauer des Wülensimpulsesauch auf die rechte Oberextremität und den Rumpf über-

greifen. Dabei befindet sich der linke Arm in einemparetischen Zustande. Die Folgen trophischer Störungenlassen sich in den an der Dorsalfläche des Oberarms unddes Ellenbogens, sowie an dem Handrücken befindlichenHautnarben, den Ueberbleibseln von Hautulcerationen,möglicherweise von Pemphigusblasen, wahrnehmen.

Veränderungen an Muskeln und Knochen sind nichtnachzuweisen, ausser der verminderten Reaktionsfähigkeitder ersteren auf den Induktionsstrom. Als vasomotorischeBegleiterscheinungen zeigen sich Oedem, blaurothe Ver-färbung und Temperaturerhöhung der Haut des Armes.Von dem Oedem rührt die Umfangsdifferenz der Extremitätim Vergleiche mit dem rechten Arme her.

Die Beobachter diagnostizirten, wie gesagt, eine Neuritisidiopathica.

Nachtrag zum ersten Kapitel.

Nach Abschluss der Arbeit sind noch sechs Fälle trau-matischer Epilepsie aus dem Feldzuge aufgefunden, derenEinreihung in die bezüglichen Abschnitte auf Grund derbeigefügten Ueberschriften dem Leser überlassen bleibt.

LX VIII. Fall auf den Kopf. Otitis purulenta. Meningitis.Epilepsie. Heilung.

Albert Killat, Füsilier im Grenadier-Regiment Kronprinz(1. Ostpreussisches) No. 1, stürzte während der Schlacht heiNoisseville am 31. August 1870 im Dorfe Failly von einemniedrigen Dache auf den Kopf zur Erde. Es floss darauf Blutaus der Nase und dem rechten Ohre. Das rechte Trommelfellwar zerrissen. In der Folge blieb ein eitriger Ausfluss aus demrechten Ohre bestehen. Später erkrankte das Felsenbein. Dazugesellte sich am 31. Mai 1874 eine eitrige Meningitis. Manstellte eine sehr ungünstige Prognose. Wider Erwarten tratBesserung ein. Seit der Rekonvaleszenz aus dieser Krankheiterfuhr K. periodisch die verschiedensten Störungen seiner Gehirn-thätigkeit, war mitunter vollkommen geistesabwesend. Zwischendiesen Zufällen bekam er öfters Krämpfe. Sonst erfreute ersich bis auf eine geringe Schwäche in den Beinen und einenhäufig exacerbirenden linksseitigen Kopfschmerz eines leid-lichen Wohlbefindens. Der weitere Verlauf des Leidens warein ausnehmend günstiger. Nachdem die Eiterung etwa bisEnde 1874 mit Unterbrechung fortbestanden hatte, wobei häufigSchwindelanfälle und Bewusstseinsverlust auftraten, ist dasBefinden seit jener Zeit bis heute ein relativ günstiges gewesen.

K. ist zwar nicht im Stande, sein Handwerk als Maurer zu be-treiben, besorgt aber seine kleine Gartenwirthschaft ohne er-hebliche Beschwerden, wobei allerdings eine fortwährende Neigungzu Schwindelanfällen besteht, so dass er sich nicht bücken kannund aufs strengste alle alkoholhaltigen Getränke meiden muss.Einen epileptischen Zufall hat er nicht wieder gehabt.

LXIX. Streifschuss am Hinterkopf. 5 Monate später

Zustände zeitweiliger Unbesinnlichkeit, welchen 6 Jahre

darauf ausgesprochene epileptische Krämpfe folgen.

Anton Götz, Soldat im Sächsischen 6. Infanterie-Regiment No. 105, erhielt in der Schlacht bei St. Privat am18. August 1870 einen Streifschuss an den Hinterkopf. DieWunde heilte binnen 3 Monaten. Anfang Januar 1871 klagtG. über fortwährenden Kopfschmerz und zeitweilige Unbe-sinnlichkeit. Narbe am Hinterkopf sehr schmerzhaft. GestörterSchlaf. Schwankender, unsicherer Gang. 13. November 1876:Anfälle von Bewusstlosigkeit und Muskelkrämpfen. GeistigeSchwäche. Kopfschmerz und Schwindelgefühl.

LXX. Schusswunde des linken Scheitelbeins. Schnell

vorübergehende Sprachlosigkeit. Später Schwindelanfälle

mit Silbenverwechslung und Unvermögen, einzelne Worte

auszusprechen.

Der Einjährig - Freiwillige stud. jur. Robert Nie goldvom Sächsischen 8. Infanterie - Regiment No. 107 wurde