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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetaehements, Feld- etc. Lazarethe.

Band I,

ankommender unterzubringen. Die Verbindung' mit Bazeilleswurde durch die Fahrzeuge der Kompagnie bewerkstelligt,welche die Eisenbahnbrücke und die beiden Schiffbrückenaber die Maas benutzten. Die Thätigkeit war in derselbenWeise geregelt, wie Tags vorher, bis um 10 Uhr Vormit-tags das Aufnahms-Feldspital No. 2 eintraf, welchem derganze Verbandplatz übergeben wurde.

Die Kompagnie rückte nun schleunigst nach Bazeillesvor und zwar in das Schloss JDcniyjJ^-^wohin der 1. Zugderselben, nachdem er das brennende Dorf verlassen, bereitsübergesiedelt war. Dieses Schloss war vom Beginne desKampfes an in unbestrittenem Besitz der Bayern geblieben,wurde auch vermöge seiner allseitig freien Lage nicht vondem Brande betroffen, wenngleich es bei der unmittelbarenNähe des Gefechtsfeldes von Geschossen jeder Art nichtverschont blieb. Als die Kompagnie hier eintraf, fand sieschon viele Verwundete vor, deren Zahl unaufhörlich wuchs,bis jeder Winkel des Gebäudes und der ganze umliegendePark überfüllt war. Es sammelten sich dort unter Leitungdes Divisionsarztes fast alle Aerzte der 1. BayerischenDivision. Bei dem überaus grossen Andrang von Ver-wundeten der Verbandplatz musste später auch dengrössten Theil der Verwundeten der 3. Division aufnehmen erwies es sich trotz der zahlreich vorhandenen ärztlichenKräfte als sehr schwierig, eine regelrechte Arbeitsteilungeinzurichten und aufrecht zu erhalten.

Trotzdem schon Mittags mit der Ueberführung derVerwundeten in das Aufnahms-Feldspital No. 2 in Remillybegonnen und fast ununterbrochen damit fortgefahren wurde,konnte der Ueberfüllung des Verbandplatzes, welchem bisNachts 2 Uhr unausgesetzt Verwundete zugingen, doch nichtabgeholfen werden, da fast alle Häuser des Dorfes inFlammen standen. Bei einbrechender Nacht waren sogaralle Treppenstufen im Schlosse dicht mit Verwundeten be-setzt. Glücklicherweise war die Nacht, wenn auch etwaskühl, doch ohne Regen, so dass die im Freien liegendenVerwundeten, welche so viel als möglich mit Stroh,Decken u. s. w. versorgt wurden, verhältnissmässig wenigzu leiden hatten.

Den Verbandplatz haben im Ganzen ungefähr 3000Verwundete passirt; am 2. September Nachmittags, als das3. Feldspital eintraf und denselben übernahm, war er nochmit etwa 1400 Mann belegt. Auch nachher blieb dieKompagnie bis zum 4. September mit Krankenbeförderungbeschäftigt. Am 4. September rückte sie ab, nur einenZug in Bazeilles zurücklassend, welchem die Ueberführungvon Verwundeten nach Belgien übertragen wurde.

Von der zur 2. Bayerischen Division gehörigen 4. Bani-täts-Kompaguie war ein Zug, wie oben erwähnt, bis Nach-mittags 2 V« Uhr in Bazeilles selbst thätig; dann rückte er,gemeinschaftlich mit einer Anzahl Truppenärzten der Divi-sion, gegen La Moncelle vor, wo die 3. Infanterie-Brigadesich gesammelt hatte, und brachte hier die Verwundetenin einer grösseren Villa und einigen anderen nahegelegenen

Häusern unter. Er übernahm im Laufe des Tages 24 Offi-ziere und 500 Mann.

Die übrigen Züge der 4. Sanitäts-Kompagnie, welchean dem Ufer der Maas in Bereitschaft standen, erhieltenum 9 Uhr Befehl, den südöstlich des Schlosses DoriYj]gelegenen Bahnhof von Bazeilles zum Hauptverbandplatzeinzurichten. Die Kompagnie benutzte hierzu unter Leitun»des Divisionsarztes die Güterhalle, da die übrigen Baulich-keiten des Bahnhofes nur sehr beschränkte Bäume darboten,zum grössten Theil auch schon von verschiedenen Truppen-ärzten in Beschlag genommen waren. Nur Schwerverwundetewurden zurückbehalten, alle anderen aber unverzüglich indas nur 4000 Schritt entfernte Aufnahms-Feldspital No. '2 iaRemilly geschafft. Auf diese Weise gelang es, die Zahl derauf dem eigentlichen Verbandplatz zunächst Verbleibendenauf 14 Offiziere und 320 Mann zu beschränken.

InBalan begegnete der Sanitätsdienst ähnlichen Schwierig-keiten wie in Bazeilles. Die Truppenärzte der 5. Brigadehatten unter Leitung des Aeltesten derselben einige Häuseiam westlichen Ausgange des Dorfes in der Nähe des Parketthunlichst zur Aufnahme von Verwundeten eingerichtet umbelegt, während die meisten Aerzte der 6. Brigade in eineman die Kirche anstossenden Hause sich gesammelt hattetDie Strassen wurden nicht nur durch das Feuer der feind-lichen Geschütze, sondern auch durch die aus verschlossenesHäusern kommenden Kugeln unsicher gemacht. Nach3 Uhr fiel das ganze Dorf in die Hände der Franzosen,welche jedoch die Verbandplätze und das daselbst zurück-gebliebene Deutsche Sanitätspersonal in keiner Weise be-lästigten.

Die zur 3. Bayerischen Division gehörige 3. Sanität»

Kompagnie, welche um 11 Uhr mit der 5. Infanterie-

»Brigade vor Balan eingetroffen war, fand keine zur Erriefe

Hing eines Hauptverbandplatzes geeignete und genügend

[geschützte Räumlichkeit, trat deshalb während der ganzen

I Schlacht nicht geschlossen in Thätigkeit, so dass alle Ter-

j wundeten dieser Division auf den Truppen-Verbandplätzen

in Balan verbleiben inussten. Die Aerzte der Kompagnie

leisteten Mittags einige Stunden hindurch in einem der am

Ausgange Balans (gegen Bazeilles zu) gelegenen Häusel

den sich dort ansammelnden Verwundeten Beistand. Nacht;

vereinigte sich die 3. Sanitäts-Kompagnie mit der I. im

Schlosse Dorival und betheiligte sich am folgenden Tage

an dem Aufsuchen und Sammeln der noch zerstreut liegenden

Verwundeten.

In einem Schlösschen des Dorfes Frenois wurdevon der 2. Sanitäts-Kompagnie IL Bayerischen Armee-korps ein Verbandplatz errichtet. Nachmittags traf hierdas Aufnahms-Feldspital No. 4 ein, welches sich vor-läufig mit einer Sektion in dem eine halbe Stunde rück-wärts gelegenen Dorfe Cheveuges, am folgenden Tage mitder andern in Frenois selbst etablirte und die auf demVerbandplatze befindlichen Verwundeten übernahm. Hierherwurde durch die Fahrzeuge der Sanitäts-Kompagnien eine

Band t.

grosse Anzahl deVerwundeten gebr;zu entlasten.

Auch die Vmehr oder wenige:Sanitätszug suchteWäldern bei Boisfundenen in die<auch brachte er Vhier ein Nothspitaam 1. Septembersuchte am 2. Septefeldes von Sedan alPreussischer Lazaiwundeter in Vrigerrichtete am 1. SElaire. nahm bisGefechten zwischesie nach Dom le Mder 4. Feld-Sanitätides Waldes von Iin Uly ein, nahmselben nach Doncl

Von Preussiscder Schlacht folge

') Hinsichtlich (betheiligten TruppenXI. Armeekorps, XIIArmeekorps und W\den 1. September folj;

Seitens des Gai-ilässlich der SchlachFünf derselben (1., 2.,können, dass sie sichDulden; vier andere (lgelöst, jedoch erst im

Das IV. Armeifaareth und über dieetablirt in Folge derVormarsch nach der \S. 103 und 104), eberwährend das nach cdortigen Gegend venu

Von den FeRacht (1., 3., 5., 6., 7.,OTÖrth festgehalten (\ftablirt worden, wähldas erstere bis zum25. August in Sarreb ihr Armeekorps n

Das XII. (Könijlazarethen von MetzM 10.) hatten umBeaumont etablirt wt

Von den fünf Ausehen Armeekorps \pergl. S. 139).

Die fünf Aufm( N< >- 3, 4, 7, 8, 12) h