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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetacliements, Feld- etc. Lazarethe.
Band :
Gefechte am 31. August und Schlacht bei Sedanam 1. September 1870.')
In den der Schlacht bei Sedan unmittelbar voraus-gehenden Gefechten des 31. August fand die 1. Sanitäts-Kompagnie I. Bayerischen Armeekorps Gelegenheit zurHilfeleistung. Diese Kompagnie hatte der BayerischenAvantgarde, welche um 8 Uhr Morgens aus dem Biwakf hei Raucourt aufgehrochen war, einen Zug beigegeben,welcher in dem Dorfe Reinilly sur Meuse in einer sehrgeräumigen Garnspinnerei einen Hilfsplatz errichtete. Alsder übrige Theil der Kompagnie später eintraf, wurdedieser Platz wegen seiner günstigen Lage zum Haupt-verbandplätze erhoben. Die Einrichtung konnte in allerRuhe stattlinden, da anfänglich nur vereinzelt Verwundetezugingen.
In dem Hofe der Spinnerei befand sich ein wasser-reicher Brunnen; An- und Abfahrt der Krankenwagen warin der bequemsten Weise möglich; ausserdem gestattetendie aufgefundenen Vorräthe alle wünschenswerthen Vor-bereitungen für die Verpflegung der Verwundeten. ImErdgeschosse des Hauptgebäudes wurden mehrere Zimmer,in welche die Verwundeten durch die breiten Fenster vomHofe aus hereingehoben werden konnten, zu Operations-zwecken bestimmt. Die Vertheilung der Verwundeten,welche in den geräumigen Nebengebäuden untergebrachtund unter Benutzung der massenhaft vorhandenen Baum-vvollenballen bequem gelagert werden konnten, leitete derChefarzt der Kompagnie.
Die in und vor Bazeilles verwundeten Jäger wurdenvon ihren Blessirtenträgern zuerst an die Eisenbahnbrückegeschafft und verblieben daselbst, bis sie nach Aillicourt. woeinige Truppenärzte einen Hilfsplatz errichtet hatten, oderunmittelbar nach Remilly gebracht werden konnten DieKompagnie; blieb in Remilly bis zum 1. September, umdann nach Bazeilles vorzurücken.
Am 1. September wurden die Sanitätsdetacheinents desGardekorps bei Weitem nicht in dem Maasse in Anspruchgenommen wie am 18. August, da vorzugsweise die Artilleriein Aktion trat und das Gardekorps verhältnissmässig geringeVerluste zu beklagen hatte.
Das 1. Sanitätsdetachement hielt zuerst dicht bei demDorfe Villers Cernay, sodann — als der weitere Vormarschder 1. Division befohlen ward — mehrere Stunden aufeinem südwestlich Givonne gelegenen Berge. Währenddieser Zeit gingen dem Detachement nur 30 Verwundetezu. Gegen 2 Uhr Nachmittags rückte dasselbe unter Mit-führung der Verwundeten in Givonne ein. Als bald darauf(5 Uhr Nachmittags) auch das 2. Feldlazarett) des Garde-korps sich daselbst einrichtete, übernahmen beide Sanitäts-anstalten tremeinschaftlich in den für Lazarethz wecke be-
2) Vergl. Generalstabswerk I, S. 1139 n. ff.
stimmten Räumen die Sorge für die Verwundeten. Da-Detachement blieb bis zum 3. September in Givonne be-schäftigt und folgte alsdann seiner Division.
Das 2. Sanitätsdetachement etablirte sich gegen 10 UhrVormittags auf Anordnung des Divisionsarztes ungefafe1500 Schritt hinter und links von den Batterien da2. Garde-lnfanterie-üivision, vor dem feindlichen Feuervöllig geschützt, in einer Schlucht zwischen Y r illers Cernavund La Moncelle. Das Gros des Detachements blieb da-selbst während der ganzen Schlacht. Zwei Assistenzärztewurden zwischen 2 und 3 Uhr Nachmittags mit einemSanitätswagen und einigen Lazarethgehilfen weiter vor-geschickt, um einen kleineren Verbandplatz näher hei denTruppen der inzwischen vorgerückten Division zu errichten.Das Personal auf dem Hauptverbandplatz ward durch einigeTruppenärzte sowie durch das 11. Feldlazareth des Garde-korps unterstützt, welches letztere sich um 1 Uhr Mittag«in der Villa Viry zu La Moncelle etablirte. Im Ganzenkamen auf dem Hauptverbandplatz etwa 150, auf dem vor-geschobenen 50 Verwundete, meist sehr schwer Verletzte,zur Behandlung. Die detachirten Assistenzärzte und derenGehilfen wurden am Abend des Schlachttages wieder andas Detachement herangezogen, welches sich am Morgendes 2. September seiner Division anschloss.
Das 3. Sanitätsdetachement des Gardekorps rückte um6 Uhr Morgens aus dem Biwak bei Carignan aus, langtegegen lO'/s Uhr in Villers Cernay nahe dem 1. Detachementan und hielt zunächst in einer Schlucht unterhalb der vonder Korpsartillerie besetzten Höheu, ohne sich jedoch zuetabliren, da die Zahl der dort vorfallenden Verwundungeneine ziemlich geringe blieb. Als im weiteren Verlaufe derSchlacht Givonne von Deutschen Truppen genommen war,rückte das 3. Sanitätsdetachement gleich dem 1. (sieheoben) in das Dorf hinein und etablirte seinen Verbandplatzin einem zweistöckigen, mit hinreichenden Räumlichkeitenversehenen Hause. Die Thätigkeit des Detachements dauertedaselbst am Schlachttage bis 1 Uhr Nachts. Am 2. SeptembeiNachmittags übergab dasselbe auf Befehl des Korps-General-arztes seine Verwundeten dem inzwischen ebenfalls nachGivonne gelangten 4. Feldlazareth des Gardekorp-. ImGanzen waren dem Verbandplatz am 1. September etwa20Qam 2. weitere 100 Verwundete- zugegangen, darunter nurungefähr 60 Deutsche. Auch hier waren die Verwundungen,namentlich diejenigen der Franzosen, überwiegend sehr'schwere, daher zahlreiche operative Eingriffe erforderlichwurden.
In dem Eisenwerk südlich La Moncelle, an der Strassenach Sedan, errichtete das 2. Sanitätsdetachement [V. Armee-korps einen Verbandplatz, dazu weiterhin dicht bei Balaneinen zweiten, welcher indessen Nachmittags aufgehobeiwerden musste, so dass das Petachement wiederum inLa Moncelle sich vereinigte. Am 2. September trat das-selbe auf den Höhen von Balan in Thätigkeit und unter-stützte dort ein Bayerisches Aufnahms-Feldspital.
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