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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.
Band !
als Begleitpersonal für die Krankenzüge zur Unterstützungdes Etappenlazareths benutzt. Am 12. November übernahmen diebeiden Sektionen das ganze Lazaretb, welches endlich am 22. No-vember nach Evakuation der letzten Kranken aufgelöst wurde.
AI« die 1. Sektion Lazareth-Reservepersonals VIII. Armee-korps am 20. August Befehl erhielt, ein Kriegslazareth indem auf dem rechten Moselufer, Noveant gegenüber, ge-legenen Orte Corny zu errichten, fand sie in einer Orangeriedes dortigen Schlosses, in der Mädchenschule und einemPrivathause der Stadt Verwundete der schwersten Art. Anperforirenden Schädel-, Brust- und Bauchverletzungen,Gelenk- und Knochenwunden Leidende lagen neben Ruhr-kranken, auf Stroh gebettet.
Dem Personal fehlte es an Material. Das Notwendigstemusste erst in der Folge aus staatlichen oder freiwilligenDepots oder durch Requisition herbeigeschafft werden. Esgelang gleichw r ohl, das Kriegslazaretli soweit einzurichten,dass es Ende August in Bezug auf die notwendigste Aus-stattung, geordnete ärztliche Pflege und regelmässige Be-köstigung nichts zu wünschen übrig Hess. In der Nähe derOrangerie, mitten in dem Schlosspark war durch Errichtungvon 5 Zelten mit je 12 Betten für die noch immer zu-strömenden Verwundeten und Kranken Platz geschaffen.Am 6. September ging der vorhandene Bestand von127 Mann an das Etappenlazareth der 1. Sektion Lazareth-Reservepersonals VII. Armeekorps über.
Die 1. Sektion Lazareth-Reservepersonals VII. Armee-korps war nach ihrem Eintreffen in Corny am 22. Augustdurch den Etappen-Generalarzt der I. Armee beauftragtworden, den Dienst bei den Verwundetentransporten daselbstzu versehen.
Am 25. August erhielt die Sektion Befehl, dieBehandlung der in einem Hause vereinigten verwundetenOffiziere zu übernehmen und ein zweites Haus, an der Strassenach Nancy gelegen, als Etappenlazareth für 20—25 Betteneinzurichten. Da in dem Offizierlazareth freiwillige Pflegerund Pflegerinnen die Krankenwartung besorgten, so reichtedas kleine Personal vollkommen aus, zumal bis Ende Augustnur 49 Kranke durch das Etappenlazareth gingen.
Als aber am 6. September alle in Corny bestehendenLazarethe zu einem Kriegslazaretli unter der einen Sektionvereinigt wurden, überwies der Etappen-Generalarzt demLazareth noch 7 Civilärzte, (> Studirende des Friedrich-Wilhelms - Instituts, 19 barmherzige Schwestern undDiakonissinnen, sowie 2 Ober - Lazarethgehilfen und5 Krankenwärter vom Lazareth-Reservepersonal VIII. Armee-korps. Man ging unverzüglich an den Bau einer Baracke,die Ende September mit Typhuskranken belegt wurde.
Der Zugang an Kranken Hess gegen Oktober so sehrnach, dass am 29. Oktober der Befehl, die letzten Krankennach Noveant zu evakuiren und mit der General-Etappen-inspektion nach Metz zugehen, sofort ausgeführt werdenkonnte.
Da es nach dem Falle von Metz galt, eine beschleunigteAblösung möglichst vieler in dortiger Gegend etablirter
Lazarethe herbeizuführen, so gelangte Noveant mit seinerBahnstation wieder in den Brennpunkt der Krankentransporte.Die 2. Sektion Lazareth-Reservepersonals IX. Armeekorpsward dazu ausersehen, die zur Rückbeförderung mittebKrankenzügen eintreffenden Kranken zu verpflegen, bezw. fürdie Nacht unterzubringen und Begleitmannschaft für die Eisen-bahntransporte zu stellen. Es wurde zu dem Zweck diein Corny gelegene Ziegelei und Baracke mit etwa 5imBetten ausgestattet und hier sow r ohl als auf dem BahnhofeNoveant eine Küche errichtet. Da in den ersten Tagendes November die Zahl der täglich unterzubringendenKranken bis zu 400 anstieg, so gesellte die Sanitätsleitungdem Personal noch eine ausreichende Anzahl von Aerztenund Hilfsmannschaften des Lazareth-Reservepersonals II. undspäter III. Armeekorps zur Unterstützung hinzu.
Im Dezember hörte der Krankenzugang auf, so dassdas Lazareth am 4. Dezember aufgelöst werden konnte.
In Remilly kam der Geheime Medizinalrath Beneke,welcher sich dem Kriegsministerium zur Verfügung gestellthatte, am 21. August mit 8 Diakonissinnen aus dem Darm-städter Elisabethstift an und richtete mit Hilfe des Etappen-Stabsarztes die in einem Garten gelegene Villa Rollandzum Lazareth ein. Ein zufällig vorhandener Transport mitLazareth-Gegenständen der freiwilligen Krankenpflege setzteihn in den Stand, das Haus sofort mit 24 Betten auszu-statten; am 21. August traf auch die 1. Sektion Laza-reth-Reservepersonals III. Armeekorps in Remilly ein, mitder Aufgabe, daselbst ein Kriegslazareth zu errichten.Professor Beneke behielt das eingerichtete Lazareth, welchemspäter die Mädchenschule und eine neben der Villa Rollandgebaute Baracke mit 30 Betten hinzutraten, unter seinerLeitung, nachdem ihm zwei Assistenzärzte mit drei Ober-.Lazarethgehilfen und vier Krankenwärter unterstellt wordenwaren. Das übrige Personal errichtete in der Villa Rollandein Lazareth von 46 Betten und übernahm am 22. Augustdie bereits mit 22 Betten durch die freiwillige Kranken-pflege ausgestattete Hauptschule. Von besonderer Bedeu-tung war in Remilly, nachdem die Verwundeten-Transportemehr und mehr aufgehört hatten, die in ausgedehntemMaasse und grösster Heftigkeit herrschende Ruhr-Epidemie.Schon am 21. August fand man einige Fälle unter denKranken der Hauptschule. Die Ruhr verbreitete sich fastvon Haus zu Haus. Eine ungewöhnliche Höhe erreichte dieEpidemie im September, als die bei Sedan gefangenen Fran-zosen von Pont ä Mousson her eintrafen und in dem Orterasteten, um auf der Eisenbahn eingeschifft zu werden.Alle Strassen und Gärten waren damals mit blutigen Aus-leerungen beschmutzt. Trotz der dringendsten Vorstellungenvon Seiten der Aerzte konnten nicht genug Leute zurReinigung der Strassen verfügbar gemacht werden. Li"grosser Theil des Personals des Etappenkommandos unddes Lazareths erkrankte. 1 )
!) Näheres über die Verhältnisse in Bemilly nach den grossenAugast-Schlachten siehe in dem Kapitel „Krankenzerstreuung".
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