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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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111. Kapitel: Tliätigkeit der Sanitätsdetacliements, Feld- etc. Lazarethe.

Band ]

Truppen aus der Schlucht hervorbrachen und ins Feuer geriethen,schlug die Sektion in St. Ail auf einer von hohen Hecken ein-gefassten Wiese den Verbandplatz auf, welcher anfangs nochmit einigen feindlichen Granaten beworfen und selbst vonChassepotgeschossen erreicht wurde, bald aber in Folge desVordringens der Truppen gegen diese Gefahren gesichert blieb.Neben dem Platze, durch eine Strasse von demselben getrennt,lag eine Scheune, welche das Aufstelleu des Verbandzeltesunnöthig machte. Das Wasser im Dorf war ziemlich rein,Stroh fand sich in reichlicher Menge. Da es zunächst nichtgelang, ein Lazareth zur Uebernahme der Verwundeten heran-zuziehen, so erwuchs der Sektion neben ihrer eigentlichen, ansich schon überwältigenden Aufgabe noch die Nothwendigkeit,in dem halb zerstörten, schmutzigen Dorfe nothdürftige Lazareth-einrichtungen zu improvisiren. Der Verbandplatz war baldvöllig belegt. Bis 1 Uhr Nachts blieben die Krankenträgerunausgesetzt mit dem Heranschaffen von Verwundeten beschäf-tigt, dann erst wurde ihnen und dem Sanitätspersonal überhaupteine zweistündige Ruhepause gegönnt. Gleich darauf aberbrachten die wiederum vorgeschickten Wagen neue Hilfs-bedürftige heran. Aus dem Verbrauch der Diagnosetäfelchenging hervor, dass die aus 3 Aerzten, 1 Apotheker, 4 Lazareth-gehilfen und 3 Krankenwärtern bestehende Sektion, von zweiDivisionspfarrern, einemDivisionsauditeur und einemlntendantur-sekretär nach Kräften unterstützt, etwa 500 Verwundete ver-sorgt hatte. Während das Personal noch mit der Unterbringungder Pfleglinge im Dorfe beschäftigt war, traf der Befehl ein,sich marschbereit zu halten. Das Einpacken verursachte wenigMühe, da Verband- und Labemittel nahezu völlig verbrauchtwaren. Gleichzeitig erhielt das 9. Feldlazareth des Gardekorps(siehe unten) Befehl, sich schleunigst in St. Ail zu etabliren.Am Morgen des 20. August schloss sich die Sektion der ab-rückenden Division an.

Das 3. Sanitätsdetachement des Gardekorps brach am18. August um 4 Uhr Morgens aus dem Biwak bei Sponvilleauf und folgte der Korpsartillerie, nahm um Mittag Stellungauf den Höhen bei St. Ail, wo das Detachement ebenfalls vonheftigem Granatfeuer bestrichen wurde, so dass es eine Zeitlang hinter einem Chausseedamm Schutz suchen musste. DieGeschosse schlugen fortwährend neben und hinter dem Detache-ment ein, ohne jedoch eine Verletzung zu verursachen, da siemeist nicht krepirten. Obgleich das unmittelbar hinter derArtilleriestellung gelegene Thal vor den über die Batterienhinwegfliegenden Geschossen ebenfalls nicht völlig gesichertwar, bestimmte doch das Vorhandensein einer kleinen fliessendenQuelle, dort um 1 Uhr Mittags den Verbandplatz zu etabliren.Alsbald begann das Zuströmen der Verwundeten, welches erstum 11 Uhr Abends versiegte. Um 12 Uhr hatten auch dieletzten Ankömmlinge bei dem hellen Scheine flackernder Pech-fackeln den ersten Verband erhalten. Die nächsten Stundenblieben einer zweckmässigen Lagerung der Verwundeten ge-widmet; erst nach 4'/2 Uhr Morgens brach für das Sanitäts-personal eine kurze Zeit der Erholung au. Leber 200 Schwer-verwundete mussten in Ermangelung von Transportmitteln dieziemlich kalte Nacht unter freiem Himmel zubringen, ohne dassihnen etwas anderes als Wein, Kaffee und Zwieback gereichtwerden konnte. Um 5 Uhr Morgens trafen neue Verwundeteein. Erst gegen Mittag des 19. August hörte der Zugang auf.Um dieselbe Zeit konnte endlich auch festere Nahrung verabfolgtwerden, da es gelang, Brot und Fleisch aufzutreiben. Am20. August Morgens 3 Uhr wurde der letzte Verwundete fort-geschafft, so dass um 8 Uhr der Weitermarsch angetretenwerden konnte.

Das 1. Sanitätsdetacheinent Xll. (Königl. Sachs.) Armee-

korps rückte, während Ste. Marie noch Feuer erhielt, au!Anordnung seines Divisionsarztes in das Dorf hinein nur]errichtete in einem grossen, schlossartigen Gebäude einenVerbandplatz. Es fanden sich so zahlreiche Verwundetevor. dass ein Theil des Detachements zu Gunsten derselbenzurückbleiben musste, während die Truppen seiner (23.)Division nördlich nach Auboue abrückten.

Die Verwundeten gehörten meist der 1. Garde-Li-länterie-Division an. Im Ganzen wurden etwa 500 Ver-wundete von diesem Detachement versorgt. Seine Tliätig-keit dauerte von 3'/2 Uhr Nachmittags bis Nachts 1 Uhr.und vom 19. August früh 5 Uhr bis gegen Mittag. An19. Nachmittags 4 Uhr musste das Detachement, nachdemdas 5. und (j. Feldlazareth die Verwundeten übernommen,seiner Division nach Roncourt folgen.

Das 2. Sanitätsdetachement XII. Armeekorps errichtetesüdöstlich Ste. Marie einen Verbandplatz auf freiem Feldean einer Hecke, am Abend unterstützt von einigen Laza-rethärzteu. Die daselbst versorgten Verwundeten musstendie Nacht im Freien zubringen und konnten erst am fol-genden Tage in die etwa tausend Schritt entfernten Halbervon Ste. Marie übergeführt werden. Nachdem gegen Mittagdes 19. August das Schlachtfeld von Verwundeten geräumtwar, dauerte der sich hieran schliessende Transport derverbundenen Verwundeten, welchen die 1. Sektion alleilbesorgte, bis Nachts 1 Uhr. Das Detachement begab sichalsdann zu seiner Division.

Das der Korpsartillerie zugetheilte 3. Sanitätsdetache-ment XU. Armeekorps schlug zunächst hinter Ste. Mari«tan dem Saume einer waldigen Einsenkung seinen Verband-platz auf, wurde aber, nachdem es etwa 150 Verwundeteversorgt hatte, vom Korpsarzt ebenfalls nach Ste. Mariehinein gesendet, wo es sich in einem geräumigen Hauseeinrichtete. Dasselbe blieb ebenfalls die ganze folgendeNacht bis zum Mittag des 19. August in Tliätigkeit, versahgegen 1000 Verwundete und wurde dann vom 6. Feldlazarethdes Gardekorps abgelöst, um der Korpsartillerie zu folgen.

In den ersten Stunden der Schlacht waren somit 14Sanitätsdetachements, je 3 des Garde-, VII., V11L, Xll.und 2 des IX. Armeekorps zur Verwendung gelangt. Aufdem rechten Moselufer war ausserdem mit denjenigenTruppen des I. Armeekorps, welche auf der Südseite vonMetz in ein Gefecht verwickelt wurden, das 3. Sanitäts-detachement dieses Korps in Tliätigkeit getreten.

Mit dem Eintreffen weiterer Truppen auf dem Gei'eckts-felde erhielten auch die daselbst befindlichen Sanitäts-detachements eine entsprechende Verstärkung durch dieSanitätsdetachements der zur Unterstützung' herbeieilendenTruppen 11. und X. Armeekorps. Die SanitätsdetachementsII. Armeekorps wirkten in Gravelotte, während das zur20. Infanterie-Division gehörige 2. SanitätsdetachementX. Armeekorps in Jerusalem, einem Gehöft südlich St. Privat.einen Verbandplatz errichtete, vom 19. Morgens ab unter-stützt durch das 11. Feldlazareth X. Armeekorps.

Band I.

Die DunkStellen das Abder I. Armee iTliätigkeit wälbereits aul'genc

Mit demtreffen immerder etablirtenWirkungskreisdie Absuchungwelche währenkönnen, und u:welche in denStellungen sielzahlreicher Vedes Gefechtsfe'

Bei derVIII. und IL Avor, währenddem Verwundeeine Aufgabe, ibegonnen hatte

Das Sanilnach Amanvildaselbst bis \1. SanitätsrietaSte. Marie auxVerbandplatzetroffen worden

Das 2. Saden Verwundeville und Hab19. August au

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Die HauSchlacht vomSte, Marie au>langten im Lals neun, im hlazarethe zur

Als die eGravelotte dienach ihrem B1. Sanitätseletshatten, und znur die 2. Se

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