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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.

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In Mariarille hat das "2. Feldlazareth X. Armeekorpsr>7. r ) Verwundete, darunter 40 Franzosen, aufgenommen.Nur die Schwerverwundeten wurden seitens des Lazarethszurückbehalten, die Leichtverwundeten baldmöglichst nachPont a Mousson evakuirt. Die Verpflegungsschwierigkeitenund der Wassermangel waren in Mariaville die gleichenwie in Mars la Tour (siehe später).

Während des Marsches nach .Mars la Tour erhielt das5. Feldlazareth X. Armeekorps noch am Abend des.August,als es Thiaucourt passirte, durch den Armee-Generalarztder IL Armee Befehl, daselbst zu bleiben und sich zuetabliren. Ausser dem Asyle Ste. Anne, welches der Armee-Generalarzt für Zwecke der Krankenpflege bereits hatteherrichten lassen, belegte das Lazareth die Kirche, dieKnabenschule, einen Theil der Maine und eine Anzahl vonPrivatgebäuden. Vom 17. bis 20. August, erhielt das Laza-reth, welches bis zum 27. August in Thiaucourt blieb, dieUnterstützung tU^ 10. Feldlazarette X. Armeekorps. DerZugang an Verwundeten war in den ersten Tagen einmassenhafter, passirten doch das Lazareth bis zum 21. August2059 Verwundete, darunter 112 Franzosen. Nur Schwer-verwundete wurden zurückbehalten.

In Puxieux hatte nach dem vergeblichen Versuche,während des Kampfes seihst ein Feldlazareth dort einzu-richten, am Morgen des 17. August das 12. FeldlazarethIII. Armeekorps sich etablirt: nach Ueberführung der da-selbst eingetroffenen 71 Verwundeten nach Tronville konntedas Lazareth am Abend t\o^ 1*. August seinem Korpsfolgen.

Nach Mars la Tour war das 10. Feldlazareth Hl. Armee-korps am Morgen des 17. August gerückt und hatte das2. Feldlazareth IX. Armeekorps daselbst bereits in Thätig-keit getroffen. Letzteres nahm (195 Verwundete auf undübergab am 21. August 90 Schwerverwundete an das10. Feldlazareth HJ. Armeekorps, um seinerseits in Aman-villers einen neuen Wirkungskreis zu erhalten. Das 10. Feld-lazareth Hl. Armeekorps, welches einschliesslich diu 1 vomvorgenannten Lazareth Ueberwiesenen 462 Mann versorgthatte, übergab am 2. September seinen Bestand an das inder benachbarten Fernie Mariaville etablirte 2. FeldlazarethX. Armeekorps (siehe oben), welches bei der durch Heilung,Rückschub und Tod verringerten Zahl der Pflegebefohlenenweiterhin (bis zum 27. September) den Dienst in beidenOrtschaften versehen konnte.

Die Verhältnisse, unter denen die Lazarethe in Marsla Tour zu wirken hatten, lagen ungünstig, Die Bekösti-gung war in den ersten Tagen unzureichend, auch machtesich, da in unmittelbarer Nähe des Ortes zwei Armeekorpsbiwakirten, bald Wassermangel geltend.

In und bei Vionville hatte, wie erwähnt, ärztlichesPersonal der Fehllazarethe 111. Armeekorps das 2. und ,'i.Sanitätsdetachement dieses Korps während des Kampfesunterstützt; die eigentliche Etablirung von Lazarethen konntejedoch erst vom Morgen des 17. August ab erfolgen. Das

8. und 9. Feldlazareth III. Armeekorps sowie das .'i. Jfefoj.lazareth X. Armeekorps gelangten hier zur Einrichtnn»Auch in Vionville wurde jeder für Lazarethzwecke irgendverwendbare Raum mit Verwundeten belegt, die Ortschaft (Mitsprechend den drei daselbst etablirten Feldlazarethenin drei Rayons getheilt und alles irgend verwendbare Holz,unter Anderem die Kirchenbänke, zur Herrichtung v«Bettstellen verwendet. Bis zum 20. August hatte ig8. Feldlazareth III. Armeekorps 350, das 9. 691, das ?,. Feld.lazareth X. Armeekorps 402 Verwundete aufgenommen.Die Transportablen wurden theils nach Gorze, theils nachNoveant evakuirt. so dass es am 20. August möglich war.das .'!. Feldlazareth X. Armeekorps seinem Korps folgenund den Bestand dieses Lazareths mit 242 je zur Hälftean das 8. und 9. Feldlazareth III. Armeekorps fibergehenzu lassen. Frsteres wurde am 10. Oktober, letzteres sclinnam 13. September aufgelöst.

In der etwa 3 /4 Stunden von Gorzo entfernten, einsaagelegenen Forme Ste. Apolline etablirte sich am Morgen da17. August das 1. Feldlazareth X. Armeekorps, um bis zum27. September daselbst zu verweilen. 161 Verwundete(110 Deutsche, 51 Franzosen) fanden dort in Haus, Speicher,Heuboden und Schuppen Unterkunft.

Auch das ärztliche Personal des auf dem Marsche be-findlichen 3. und 4. Feldlazareths XII. (Königl. Sachs.) Armee-korps fand am 17. August vorübergehend Gelegenheit, diePreussischen Aerzte zu unterstützen.

Pont A Mousson war am 15. August Etappen-Hauptorider IL Armee geworden,') auch hatte die General-Etappe*lnspektion dieser Armee, am 16. August dem Oberkommandofolgend, gleichfalls Pont A Mousson erreicht. Entsprechendder Bedeutung dieses Ortes, als wichtigem Ausgangspunktzweier Verbindungslinien mit dov Heimath (Pont ä MoussonNancy Yeudonheim und Pont ä Mousson DehneSaargemündZweibrücken Mannheim) 2 ) war eine Reihevon Feldlazarethen theilweise schon vor der Schlacht amIb. August nach Pont ä Mousson beordert; auch befandsich daselbst eine Französische freiwillige Hilfskolonne(Ambulance de la Presse), welche indessen alsbald nai'liSaargemünd zur Dienstleistung gewiesen wurde.

Das X. Armeekorps etablirte sein 4., 7. und 8. Feld-lazareth, das Gardekorps sein 10., das III. Armeekorpssein 6. in Pont ä Mousson. woselbst die genannten Laza-rethe des X. Armeekorps bis in den Oktober hineinbeschäftigt blieben.

Das 4. Feldlazareth X. Armeekorps, schon am 15. Augustin Pont ii Mousson eingerückt, erhielt am Morgen des 17. AugustBefehl, sich daselbst einzurichten. Es wirkte in dem von barm-herzigen Schwestern geleiteten Hospital St. Charles, dorn Institutdelanativite und einem Pensionat. Zur Aufnahme von 200 BH300 Leichtkranken dienten ausserdem zwei grössere GebäudeDas Lazareth hatte in den ersten Tagen einen Zugang von273 Mann.

>) Generalstabswerk I. Seite 1380.2) Generalstabswerk I, Seite 1382.

Band 1.

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