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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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Band T.

IV. Abschnitt: Kämpfe links der Mosel und Einschliessnng von Metz.

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(hambley und Tronville, das der Korpsartillerie beigegebene3, Sanitätsdetachement X. Armeekorps bei Chambley nahedorn Verbandplätze des 2. sich etablirte.

Das Eingreifen der 10. Division auf dem Preussisehenrechten Flügel gab dem dieser Division zugetheilten>. Sanitätedetachement Till. Armeekorps Veranlassung zurjErrichtung eines Verbandplatzes zwischen Gorze und demBois des Ognons. Als sich indessen der Korpsarzt über-zeugte, dass bei dem massenhaften Zugänge an Verwundetendie Kräfte dieses Detachements nicht ausreichten, Bog der-selbe noch das 1. und 3. Sanitätsdetachement VI11. Armee-korps zur Unterstützung heran und verfügte die sofortigeBtablirung des 5. und der 1. Sektion des 2. FeldlazarethsVI 11. Armeekorps in St. Thiebault bezw. in Gorze.

Auch das Sanitätsdetachement der GrossherzoglichHessischen Division, weiche am Abend im Osten derPreussisehen Stellung in das Gefecht eingegriffen hatte.gelangte noch zur Thätigkeit, indem es einen Verbandplatzbei Ste. Catherine östlich und etwas südlich Gorze errichtete.Der opferreiche Kampf machte erforderlich, dass die Ver-bandplätze dei 1 in Thätigkeit getretenen zehn Sanitäts-detachements zunächst etablirt blieben, ein (Jmstand,welcher auch dem 1. Sanitätsdetachement der am 17. Augustheranmarschirenden 23. Division (XII. Armeekorps) Gelegen-heit gab, von 3 Uhr Nachmittags an bis zur Dunkelheitdie Preussisehen Sanitätsdetachements zu unterstützen und180 Verwundeten Beistand zu leisten.

Der Verbandplatz des 1. Sanitätsdetachements 111. Armee-korps wurde am Morgen des 17. August von dem in St. Thie-bault etablirten 5. Feldlazareth Ylll. Armeekorps über-nommen, wodurch das gedachte Sanitätsdetachement in die-Möglichkeit versetzt ward, ebenfalls noch auf der WahlstattBelbst in Thätigkeit zu treten. Es errichtete einen Verband-platz in der Nähe von Rezonville und folgte am 18. Augustseiner Division.

Das 2. Sanitätsdetachement 111. Armeekorps war inVionville zur Unterstützung der daselbst eingetroffenenFeldlazarethe belassen worden; an seiner Statt folgte derI). Division das 3. Sanitätsdetachement 111. Armeekorps.

Die Sanitätsdetachements 1 und 2 X. Armeekorpsblieben bis zum Nachmittage des 18. August bei Tronvillebezw. Chambley in Thätigkeit und rückten darauf in derRichtung auf St. Privat la Montagne ab. während das3. Sanitätsdetachement dieses Korps bis zum 19. Augustbei Chambley wirkte und am 21. August sich der Korps-Artillerie wiederum anschloss.

Die Sanitätsdetachements VIII. Armeekorps, bis zumAbend des 17. August mit den Verwundeten-Transporten nachGorze beschäftigt, wurden in derNacht zum 18. August marsch-fertig und folgten ihrem Korps in der Richtung auf Gravelotte.In ^\ ionville befanden sich zwei Französische Ambulanzen;dieselben wurden dort und in Rezonville zur Behandlungund Pflege der zahlreich daselbst vorhandenen verwundetenFranzosen verwendet,, demnächst aber nach Metz entlassen.

Das 5. Feldlazareth') III. Armeekorps hatte sich,wie erwähnt, während der Schlacht in Gorze etablirt.Es belegte zunächst das geräumige Hotel de ville, späterdie Gendarmeriekaserne, da-- Schloss Ste. Catherine undeine Anzahl Privatgebäude: später wurde eine Barackeerrichtet. Die Pflegekräfte des Lazareths. welches bis7. September in Gorze verblieb, erhielten Verstärkungdurch barmherzige Schwestern aus Neisse und einige Vin-centinerinnen. Bis zum 20. August bat es 754 Mann auf-genommen.

Das 7. Feldlazareth III. Armeekorps richtete sieh eben-falls in Gorze in dem grossen Gebäudekomplexe ein, welcherals Landarmen- und Krankenhaus des Mosel-Departementsdiente. Hier befanden sich 230 Lagerstellen. Der Andrangwar indessen so stark, dass auch Flur, Hof und Gartenbelegt werden mussten. Es war daher eine wesentlicheHilfe, dass die Französischen Schwestern vom Orden desheiligen Borromäus dem Lazarett gleich bei seiner Bta-blirung 100 Bettstellen, theilweise mit Matratzen ausge-rüstet, überwiesen. Bis zum 18. August waren 385 Ver-wundete aufgenommen. Das Lazareth verharrte in seinerdortigen Thätigkeit bis zum 5. November, also über dieKapitulation von Metz hinaus.

Neben dem 5. und 7. Feldlazareth III. Armeekorpswirkte in Gorze die 1. Sektion (U^ 2. Feldlazareths V1I1.Armeekorps und in dem nahe gelegenen St. Thiebault das5. Feldlazareth desselben Armeekorps. Erstere benutzte inGorze das katholische Pfarrhaus, die Schule und ein Privat-gebäude, nahm in Summa 245 Verwundete auf undübergab am 4. September seinen verbliebenen Bestand dem7. Feldlazareth III. Armeekorps. Die Meierei und die Ka-pelle St. Thiebault konnten nur etwa für 100 Lagerstellenhergerichtet werden; der Zugang betrug indessen 204 Mann.ungerechnet 154 Leichtverwundete, welche nur vorüber-gehend Aufnahme fanden. Am 11. September wurde derverbliebene Bestand (45 Mann) nach Gorze geschafft.

Das 2. Feldlazareth III. Armeekorps musste bei seinerEtablirung am 10. August in Tronville alle irgend beleg-baren Bäume, Kirche, Schule, Wohnhäuser und Scheunen,in Anspruch nehmen. 610 Verwundete fanden hier Auf-nahme. Wassermangel und der ungünstige Einfluss desnahe gelegenen Schlachtfeldes nöthigten dazu. Tronville am20. August als Lazareth aufzugeben.

In der Nähe von Tronville, in der Fenne du Saulev,versah das 4. Feldlazareth III. Armeekorps vom IG. bis19. August den Dienst bei in Summa 400 Verwundeten,doch gestatteten die Verhältnisse dieses Gehöftes eine Eta-blirung des Lazareths nicht.

') Von den Feldlazaretten der an der Schlacht bei VionvilleMars la Tour mehr oder weniger beteiligten Armeekorps (IIb, VIII.,IX., X.) waren am Tage des Kampfes in Folge der früheren Ereignissenoch etablirt: das 1. und 3. Feldlazareth III. Armeekorps in Saar-brücken bezw. Spicheren, das (>., 9. und 11. Feldlazareth VIII. Armee-korps in Saarbrücken bezw. Courcellea Ohauasy.

HHH