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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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Zu. Sanitäts-Bericht

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III. Kapitel: Thatigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.

Band l|

Dritter Abschnitt.

Schlacht bei Spicheren und Ereignisse während der Heeresbewegungen nach|

der Mosel.

Schlacht bei Spicheren am 6. August 1870.

Audi bei der I. und II. Armee 1 ) iiel in den Anfangdes August der erste blutige Zusammenstoss mit dem Feinde,und zwar südlich der Grenzstadt Saarbrücken, in der Schlachtbei Spicheren am (>. August. 2 )

Neben dein 2. Sanitätsdetaehenient XU. Armeekorps,welches, der 14. Division zugetheilt, dieser auf das Gefechts-feld zu folgen hatte, trat im Verlaufe des Kampfes beiSaarbrücken das der 5. Division angehörige 1. Sanitäts-detachement 111. Armeekorps in Thatigkeit, und zwar unterrecht schwierigen Verhältnissen, da die meisten Verwundetenvon den Höhen 1500 Schritt weit getragen werden mussten.Wahrend 20 Stunden (in der Nacht bei Fackelschein) wardieses Sanitätsdetachement ununterbrochen und bis zurErschöpfung seiner Verbandvorräthe thätig. Auch das2. Sanitätsdetachement VI11. Armeekorps hatte, als seineDivision (die IG.) in das Gefecht eingriff, am Fusse derHohen einen Verbandplatz errichtet. Leider konnte d^v-seibe, weil daselbst aufgenommene Verwundete aufs Neueverletzt wurden, nicht bis zum Ausgange der Schlachtdort belassen, musste vielmehr weiter nach rückwärts ver-legt werden. Auch dieses Detachement blieb bis zum Morgendes 7. August in Thatigkeit. Am Morgen des 7. August trafdas 2. Sanitätsdetachement III. A rmeekorps, von Neunkirchenheranmarschirend, auf dem Schlachtfelde ein. Dasselbe wirktebesonders auf den Verbandplätzen der Franzosen in Btzlingund Spicheren. woselbst sechs Französische Aerzte mit einerAnzahl Infirmiers vorerst noch bei 700 verwundeten Fran-zosen zurückgeblieben waren. Die weitere Behandlung undPflege der Verwundeten tiel in Etzling vom Abend des7. August ab dem 6. Feldlazarett) 111. Armeekorps, in

') Die zugehörigen Sanitätsanstalten ergeben sich aus dein Etatfür je 1 Armeekorps. Die I. Armee bestand aus dem Vll. und VIII.(später auch I.) Armeekorps; die II. Armee aus dem Garde-, ID., IV.,IX., X., XII. Armeekorps und an Stelle der zum Küstenschutz zurück-gebliebenen 17. Division aus der 25. (Grossherzoglich Hessischen)Division. Vergl. hierzu Generalstabswerk Anlage 5, sowie Seite 54dieses Bandes.

2 ) Vergl. Generalstabswerk I, S. 297 ff.

Spicheren vom Morgen des 9. August ab dem 3. Fekllazareih desselben Armeekorps zu.

Von den Feldlazarethen zunächst des V\L Armeeknips hatten sich die der 14. Division zugetheilteu Felilazarethe No. 2 und 4 während der Schlacht in den Ulanen)Kasernen 1. und 11. der Stadt Saarbrücken etablirt. Da>in der Ulanen-Kaserne I. thätige 2. Feldlazareth nahbis Abends 6 Uhr 194 Schwerverwundete auf, deren Zaibis zum Morgen des 7. August auf 258 anwuchs. Ausbadem wurden noch etwa 150 Leichtverwundete nach erluitenem Verbände theils der i'rivatpflege Saarbrückener Bürg«theils einem Hilfsausschusse übergeben, welcher die Eu|kuation der Verwundeten veranlasste. Unterstützt wurdas Lazareth am 7. und 8. August durch das 5. Fclt|lazareth VII. Armeekorps

Das 4. Feldlazareth hatte 86 Schwerverwundete Hgenommen. Am 8. August übergaben beide genannt!Feldlazarethe ihre Pflegebefohlenen dem Lazaretti-Resenpersonal VII. Armeekorps.

Das 3. und 12. Feldlazareth Y\l. Aruieekor]>> *Wirten sich am Morgen des 7. August zunächst gern«schaftlich im Elementarschulhause; der massenhafte Zu»an Verwundeten nöthigte indessen sehr bald zu getrennte!Handeln. Das 12. Feldlazareth blieb in dem Schulgebändiwährend das 3. in der Turnhalle und in der Reitbahn sieinrichtete. Beide Lazarethe übergaben am 2.'). Augtlihre Bestände von Verwundeten und Kranken der inzwischein Saarbrücken gebildeten Lazareth-Komniission.

Von den Feldlazarethen 111. Armeekorps etabMsich das 1. am Schlachttage in St. Johann in sechs Lokalenwelche nach den Ansprüchen der Hygiene und des Reg«ments höchstens für 200 Verwundete Raum boten, zunlcMaber nothgedruugen durch 414 Verwundete überfüllt werdeimussten. Unter günstigeren Verhältnissen richtete sich an|7. August das 4. Feldlazareth ein, welches am 11. Au<;seinen Bestand (97 Mann) dem tl. Feldlazareth VIII. Armekorps übergab. Letzteres verweilte daselbst bis i24. August.

Diesem, wie auch dem gleichzeitig eingerückten 11. Feilazareth VIII. Armeekorps erwuchs eine bedeutende ArbeilVermehrung durch die Behandlung zahlreicher in den ei

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