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Von den 4 Feld-Sanitätszügen waren 3 den 3 Infanterie-I Brigaden unterstellt. Bei grösseren Gefechten hatten sie
■ die Brigade-Verbandplätze vorzubereiten, auf welchen dieI nicht auf den Truppen-Verbandplätzen beschäftigten AerzteI der Brigade sich unter Leitung des ältesten Regiments-' arztes zu vereinigen hatten. Der 4. Feld-Sanitätszug stand
In zur Verfügung des Kommandeurs der Feld-Division undblatte eintreffenden Falles in der Rückzugslinie von den
■ Brigade-Verbandplätzen zu den Feldspitälern den Haupt-
■ oder Divisions-Verbandplatz zu etabliren.
Hier waren der Feld-Stabsarzt, wenn möglich einJkonsultirender Chirurg, sowie Aerzte aus den nächst-jgelegenen Feldspitälern thätig. Die Aufgabe dieses Ver-bandplatzes war, Operationen oder Verbände, die auf denweiter vorgeschobenen Verbandplätzen nicht ausgeführtwerden konnten, vorzunehmen, sowie in jedem Sinne dieVorbereitung des Verwundeten für den weiteren Transportin die Feldspitäler zu vollenden, falls die Verhältnissenicht überhaupt gestatteten, an die Stelle des Verband-latzes ein Feldspital treten zu lassen.
Im Uebrigen entsprach die im Sommer 1870 ausge-gebene „Provisorische Vorschrift für den Sanitätsdienster Königlich Württembergischen Truppen im Felde", be-iüglich des ärztlichen Dienstes bei Aktionen gegen den'eind, in allen wesentlichen Punkten der Preussischenanitätsinstruktion.
Jeder der vier mobilen Sanitätszüge hatte einen Sani-drei vierspännige und drei zweispännigera nkfin wagen.
Die vom Sattel gefahrenen Vierspänner (siehe TafelIV) konnten in dem grossen vorderen Abschnitt sechsitzende bequem aufnehmen, während der hintere Wagen-eil in schubladenähnlich eingerichteten Laden, die sich,uf Rollen sehr leicht ein- und ausschieben Hessen, vierlegende in zwei Etagen fortzubringen hatte. Für Lüftungr oberen Etage war durch Jalousien, die sich übrigensch noch in die Höhe klappen Hessen, für Lüftung derteren Etage dadurch gesorgt, dass hier die Seitenwands weitmaschigem Drahtsieb bestand. Zum Schutz gegenüb konnte letzteres mit einem Vorhang bedeckt werden;|n solcher konnte auch über die hintere, gewöhnlich offeneragenwand herabgelassen werden. Der Wagen hat sicht'i sehr guter Federung vortrefflich bewährt; es ist mitpiselben ohne Unglücksfall über jedes Terrain gefahrenrorden. Klagen der Verwundeten über Luftmangel oderstarke Schwankungen, namentlich der oberen Etage,ad nicht vorgekommen. Besonders einzuübende Kunst-riffc waren nur zum Einschieben der Laden in die obereige erforderlich, wurden aber seitens aller Sanitäts-kldaten mit völliger Sicherheit ausgeübt.
Veranlasst durch die im Feldzug 18C6 mit dem ge-milderten vierspännigen Etagenwagen gemachten günstigenfahningen hatte das Württembergische Kriegsministeriuniden Jahren 1807/68 auch die vom Bock gefahrenen
lätswagen,
zweispän uigen Kranken-Transportwagen (siehe TafelXV), deren Innenraum ursprünglich zur Aufnahme vouacht Sitzenden oder zwei Liegenden eingerichtet war, zumEtagenwagen für vier Liegende abändern lassen. DasEinzelne entspricht, wie die Abbildung zeigt, im Allge-meinen den Etagen des Vierspänners. Der wesentlichsteUnterschied beider bestand aber darin, dass der Verwundeteim Zweispänner nicht wie in jenem in einer Schublade,sondern auf einer Krankentrage mit vier allerdings etwaskurzen Handgriffen lag. Die Federung dieser Wagen warvortrefflich; kurz und leicht beweglich, überwand das Fahr-zeug unschwer alle Terrains.
Der Haupteinwand gegen diese Wagen, die übrigenszum Verkehr vom Bahnhof zu den Reservelazarethen desKorpsbereiches noch zur Verfügung stehen, liegt, wie beiden Bayerischen und Badischen Kranken-Transportwagenälterer Ordonnanz, darin, dass sie nur die für diese Fahr-zeuge besonders konstruirten Krankentragen bezw. Schub-laden aufnehmen können und wegen dieses Umstandes einerfür Feldverhältnisse wesentlichen Forderung — der Ver-wendung einer einheitlichen, überall gleichen Kranken-trage — nicht entsprechen.
Der Sanitätswagen eines Württembergischen Sani-tätszuges (= Bi-igade-Sanitätsdetachement) hatte im Wesent-lichen dieselbe Einrichtung wie der Truppen-Medizinwagen(siehe diesen). Die Packordnung desselben war eine eigen-artige, von der Preussischen prinzipiell verschiedene. Vonden hinteren Schubladen dienten No. 1 bis 6 zur Aufnahmeder Arzneimittel und Arzneigeräthe, sowie der chirur-gischen Instrumente und Geräthe; No. 7 und 8, welcheeine grössere Tiefe als die anderen Schubladen hatten(20 cm), waren, wie auch die beiden vorderen grossenSchubladen, mit Verbandmitteln gefüllt. In dem mittlerenRäume waren die Krankendecken, der kompendiös zu-sammengelegte Operationstisch und die Laterne unterge-bracht. Die Höhlung des Deckels fand dieselbe Verwen-dung wie bei den Truppen-Medizin wagen.
Die Schubladen 7 und 8 (hinten), sowie 9 und 10(vorn) waren mit Verbandmitteln derart gefüllt, dass dieletzteren nicht nach Gattungen auf die verschiedenen Kästenvertheilt waren, sondern vielmehr jede für sich eine voll-kommene Zusammenstellung aller zum Verbinden notli-wendigen Stücke enthielt; der Inhalt der Schubladen waralso durchweg derselbe, nur derjenige der beiden grossenVorderschubladen reichlicher. Diese letzteren sollten mitdem Inhalte des Verbandkoffers eine gewisse Reservebilden, wenn der zum Handgebrauch bestimmte Inhalt derhinteren Schubladen (7 und 8) erschöpft sein würde.
Diese Art der Packung macht zwar, was Sauberkeitund Uebersichtlichkeit anlangt, nicht den angenehmenEindruck wie die der Schubladen F. 1 bis 4 des Preussi-schen Sanitätswagens, hat aber doch auch andererseits ihreVorzüge: 1) Da der Inhalt aller Behälter im Wesentlichengleich, nur quantitativ verschieden ist, so ist die Orientirung
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