Band I.
III. Abschnitt: Mobile Sanitatsformationen.
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Die Taschen unter der Kopflehne der neueren Kranken-tragen hatten denselben Inhalt wie nach der PreussischenVorschrift.
Das Sanitätsdetachement war, wie in Preussen, aus-fcliesslich Krieg'sformation, wurde jedoch im Frieden all-ihrlich zur Uebung und Wiederholung des Gelernten amSitze des Divisionskommandos formirt.
B. Bayerische Sanitäts-Kompagnien.
Pen Sanitätsdetackeinents der Norddeutschen Armeenl der Badischen Feld-Division entsprachen in der Baye-ischen Armee die Sanitäts-Kompagnien, welche dort auchFrieden als selbstständige Truppenkörper zur Wahr-nehmung des Warte- und Pflegedienstes in den Friedens-lilitärkrankenhäusern bestanden.
Die Bayerische Armee besass vier solcher Kompagnien,eine für jede Division.
Die Mannschaften wurden in derselben Weise wie dieBhietruppen ausgebildet und erhielten den Unterricht imSanitatsdienst von dem bei der Kompagnie stehendeniilitärarzt.
Der Kriegsstand einer Sanitäts-Kompagnie war nacham Mobilmachungsplane folgender:Aus dem Stande der Kompagnie:
1 Hauptmann, Kommandant mit 2 Reitpferden,
1 Oberlieutenant . . . . „ 2 „
2 Unterlieutenants ..... 4 ,,
1 Regimentsarzt.....„ 1 Dienstpferd,
1 Feldwebel......„1 „
1 Hornist I. Kl.......1
2 Hornisten II. Kl. ... , —
11
Pferde.
3 Sergeanten,
1 Listenführer, Sergeant
4 Korporale I. Kl.,
5 , IL ,
9 Gefreite,
30 Gemeine 1. KL,
Hl . II. ,
172 Köpfe.
Zugetheilte:
—
1 Korporal \ von der J4 Gemeine / als Ord
Kavallerie
1 Dienstpferd,
onnanzen
4
1 Wachtmeister II. Kl.
1
2 Korporale I. Kl.
2
1 Trompeter I. Kl.
vom
1
1 Schmied
*■ Fuhr-
1
1 Sattler
wesen
V
32 Gemeine,
64 Zugpferde,
(davon 2 zur Reserve)
2 zur Reser
!' Beamtendiener und Pf
ärdewärter
(davon
56
74
228 Personen mit 8 Offlzierspferden,13 Dienstreitpferden,64 Zugpferden,
Summe 85 Pferden und
17 Fahrzeugen, nämlich:
12 vierspännige Wagen zum Transporte der Verwundeten,4 zweispännige Rüstwagen für die ärztliche Ausrüstung,1 vierspänniger Rüstwagen mit Verbandmitteln zurDisposition des Divisionsarztes.
Die Sanitäts-Kompagnien waren im Frieden zu Uebungs-
und Wachtdienstzwecken mit Infanterie-Gewehren bewaffnet,für das Feld wurden jedoch nur zehn Gewehre für jedeKompagnie, als für den Sicherheitsdienst erforderlich, mit-
)mmen.
Die Verwundeteu-Transportwagen der Sanitäts-Kompagnien (vergl. Tafel Xlll) waren mit 4 Pferden be-spannt. Der auf Druckfedern ruhende Wagenkasten hattevorn einen unbedeckten Bocksitz, im Innern jederseits eineLängsbank und vorn eine Querbank, so dass auf dem Bocke3 und im Innern 9 Verwundete sitzend Platz fanden. DieSeiteubänke konnte man in die Höhe klappen und dadurchRaum für zwei bequem hineinzuschiebende Tragen schaffen.Es Hessen sich dann im Inneren 2 liegende und 3 auf derQuerbank sitzende Verwundete befördern.
An den Langseiten waren Thüren angebracht; wollteman Tragbahren in den Wagen schieben, so wurde dieHinterwand herabgelassen. Von der Decke herabhängendeLederschlaufen dienten den Insassen als Halt bei Schwan-kungen. Rings um das Dach lief ein Geländer von Draht-geflecht, um Gepäck und Wallen, welche obenauf gelagertwurden, vor dem Herabfallen zu bewahren. An den Seitendes Wagens befanden sich Riemen zur Aufhängung von8 Tornistern. Die offenen Theile der Wagenwände warenmit Ledervorhängen versehen; jeder Wagen führte einWasserfässcheii.
In jedem Wagen befanden sich 2 auf Rollen laufendeTragbahren mit Lederpolstern, welche allerdings den Vor-theil boten, dass sie bequem in den Wagen geschobenwerden konnten, andererseits aber eine Umlagerung desVerwundeten nothwendig machten. Ausser diesen 24 Bahren,welche nur für das Innere der Wagen bestimmt waren,besass jede Kompagnie noch 30 Feldtragen, welche mitunwesentlichen Abweichungen denjenigen der Truppentheileglichen, sowie endlich 15 Tragleder.
Die zweispännigen Rüstwagen, in welchen die Vor-räthe der Kompagnien an Verband- und sonstigen Gebrauchs-gegenständen untergebracht waren, hatten dieselbe Kon-struktion wie die ärztlichen Wagen der Truppen, warennur etwas grösser. Nach derselben Konstruktion, nur innoch grösserem Maassstal >e,war der Verbandmittel-Rüstwagendes Divisionsarztes gebaut.
Jeder Sanitätssoldat war mit einer Verbandtascheausgerüstet, desselben Inhaltes wie diejenigen der Blessirten-träger bei den Truppen.
An chirurgischen Instrumenten besass jedeSanitäts-Kompagnie 2 vollständige Apparate, an Arznei-mitteln denselben Vorrath wie ein Infanterie-Bataillon.')
') Siehe Beilage 38.