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I. Kapitel: Sanitätspersonal und Sanitätsausrüstung.
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geräthes und des Gepäckes, sowie zwei zweispännigeSanitätswagen, in welche die Arzneien, Verbandmittel,chirurgischen Instrumente, Labemittel und Oekonomie-utensilien nach bestimmter Vorschrift planmässig — undzwar unter gleichmässiger Vertheilung auf beide Fahr-zeuge — verpackt wurden.
Diese nach neuester Konstruktion gebauten Sanitäts-wagen (vergl. Tafel IX) waren hinten durch eine Flügel-thür verschlossen; an der Innenseite beider Flügel befandensich Eepositorien. Der durch die Thüren verschlosseneRaum war in sieben Fächer eingetheilt, in welche kasten-artige Repositorien auf Rollen laufend eingeschoben waren.Die übrigen Abtheilungen stellten theils Schubkasten, theilseinfache numerirte Fächer dar. Ausserdem befand sichan jeder Wagenseite ein abgetheilter vorderer und einhinterer Raum, je ein anderer unter der Wagendecke, überder Vorderaxe, hinter dem Wagenausschnitt, unter demKutschersitz, endlich einer auf dem mit einer Galerieversehenen und durch einen wasserdichten Plan geschütztenVerdeck. Diese Wagen wurden vom Bock aus gefahren,gingen ganz unter sich und besassen eine Hebelbremsvor-richtung, welche nach dem Kriege durch eine von vornwirkende Schraubenkurbel ersetzt ward.
Die Beförderung der Verwundeten aus der Feuerlinienach dem Verbandplatz und eventuell nach den Feld-lazarethen erfolgte mittels der nach einem neuen Modellgebauten oder nach demselben umgearbeiteten Kranken-Transportwagen (sechs pro Detachement).') Jeder der-selben (vergl. Tafel Xll) war für zwei Schwerverwundeteberechnet, welche auf den Tragen von hinten in den Tragen-raum geschoben wurden, und für drei Leichtverwundete,welche auf dem Hocke Platz fanden.
Im Nothfalle konnten sich noch zwei Leichtverwundetein den Tragenraum, die Füsse auf das Trittbrett stützend,zwischen die Holmen der darin stehenden Tragen setzen.Gepäck und Waffen wurden auf der Galerie untergebracht.Der Wagen hing in C-Federn, schaukelte daher etwas stark,fuhr sich aber sonst leicht und bequem. Er wurde mitzwei Pferden bespannt und vom Sattel gefahren. AlsHemmvorrichtung war der Hemmsehuli noch fast durchweggebräuchlich, das Einlegen und Ausheben desselben geschahduich den jeden Wagen begleitenden Krankenträger-Gefreiten: Unter dem Wagen befand sich ein Wasser-fässchen. Ausser den beiden im inneren Raum stehenden
') Dieselben wurden nach dem Kriege auf acht vermehrt. EsVersteht sich von selbst, dass weder sechs noch acht Wagen aus-reichen, um alle oder auch nur den grössten Theil aller Verwundetennach grossen Schlachten in solchen Fahrzeugen nach Lazarethen zutranaportiren. Die durch taktische Rücksichten unvermeidlich geboteneBeschränkung auf eine derartige Zahl setzt voraus, dass Verwundete,welche auf dem Verbandplatze ausreichend Für weiteren Transportvorbereitet sind, die Beförderung in Bauernwagen mit Strohschüttungund anderen Improvisationen ertragen. Die Truppen sind verpflichtet,die von ihnen mitgeführten Vorspannwagen den Verbandplätzen zu-zuführen und den Sanitätsdetaehements zur Verfügung zu stellen.
Krankentragen wurden noch fünf auf dem Verdeck befördert, so dass jedes Detachement im Ganzen über 42 Traget(einschliesslich drei Räderbahren) verfügte.
Die Feldtrage der Sanitätsdetaehements glich iiGanzen derjenigen der Truppen (siehe zweiter Abschnittwar jedoch nicht zum Zusammenlegen eingerichtet. Untidem Kopfstück befand sich eine Tasche mit folgendenInhalt: 4 Binden, 12 Kompressen, 9 dreieckige TücherTapetenspan, Charpie, Waschschwamm, Stecknadeln, 1 KnebelAderpresse, 1 Verbandschale, 1 Scheere, gestrichenes Heftpflaster, 1 Fläschchen mit 125 Gramm Essig als Zusatz zuiWasser zur Labung der Verwundeten und 1 kleiner Becher
Die Räderbahren (Krankentragen auf einem zweirädrigen Gestell) nach Preussischer Vorschrift (siel.Tafel XH) besitzen eine eiserne Axe, welche zwei elliptischFedern trägt. Auf dem Scheitel jeder Feder befindet sie!eine kurze eiserne Gabel für die Tragestange. Ein an de:unteren Seite der letzteren hervorra gender Stift greift durcleine Oeffnung im Boden der Gabel. Durch korrespondirendOefl'nungen in Stift und Gabelstiel wird ein mittels eimkleinen Kette an der Gabel hängender schlüsselartigiBolzen geführt. Die Stütze des Gestelles bilden vierden Enden der Federn hängende Füsse (je zwei durch eiQuerstück verbunden), welche beim Fahren in die Holgeklappt werden.
Dienst auf dem Gefechtsfelde.
Die Offiziere führen die in zwei Züge getheilte Kranket!träger-Kompagnie in das Gefecht. Jeder Zug ist in fiiiKorporalschaften oder Patrouillen mit je drei Tragen ein!getheilt. Es rücken somit pro Detachement 30 (pro Armekorps 90) Tragen in das Gefecht, jede von vier Maibedient. Zu jeder Trage gehören zwei Rotten zuzwei Mann. Die erste Rotte heisst die Trägerrotfedie zweite die Reserverotte. Dieselben wechselngrösseren Entfernungen im Tragen ab; die Reserverot;hat für Mitnahme der Waffen und des Gepäckes der Viwundeten zu sorgen. Bei jeder Trage befindet sich eijaufsichtsfiihrender Unteroffizier oder Gefreiter. Die Kranken!träger 1 ) suchen die Verwundeten auf, befreien sie von beiengenden Kleidungsstücken, spenden ihnen Labung mlsuchen sie möglichst ungesäumt der ärztlichen Hilfe izuführen. Nur in dringenden Fällen hat ein Krankenträ:nach der ihm gewordenen Instruktion selbst die erste Hilf!zu leisten, welche alsdann hauptsächlich in der Stillun|einer Blutung durch Anlegen eines Kompressionsverbaiuieoder der Aderpresse, höchstens in dem Anlegen eines einjfachen Transportverbandes besteht. Die Marschunfähigeiwerden sodann, vorschriftsmässig und der Art der Y«|
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] ) Betreffs der Unterstützung der Krankenträger der Detachemenljdurch die Hilfskrankenträger der Truppe siehe zweites Kapitel, zweit«Abschnitt: Sanitätsdienst im Gefecht.