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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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I. Kapitel: Sanitätspersonal und Sanitätsausrüstung.

Blini1 I Band I.

Deckung des Bedarf«.')

Der Kriegsbedarf an Unterpersonal war als gedecktanzusehen, nicht jedoch der Bedarf an Aerzten.

Thatsächlich waren vor der Mobilisirung an aktivenAerzten vorhanden: 1 Generalarzt, 16 Oberstabsärzte,28 Stabsärzte, 45 Assistenzärzte, 12 Unterärzte des Aus-sterbeetats (einschliesslich 9 mit dem Charakter alsAssistenzärzte versehen), 2 Unterärzte der neuen Ver-fassung und 5 einjährig freiwillige Aerzte, also 109 Aerztedes aktiven Dienststandes. Ausserdem 4 Assistenzärzte und2 Unterärzte des Beurlaubtenstandes, insgesammt 115 Aerzte.

Der Kriegssollbestand betrug jedoch 410 Aerzte, esblieb demnach ein noch während der Mobilisirung zudeckender Bedarf von 295 Aerzten.

Nach den in Preussen ausgesprochenen und in Sachsenangenommenen Grundsätzen sollten zunächst die säinmt-lichen ärztlichen Stellen bei den mobilen Truppen undFormationen nur durch Mitglieder des Sanitätskorps ausdem aktiven Dienst- oder Beurlaubtenstande, die Chefarzt-stellen bei den Feld- und stehenden Kriegs-Lazarethen aus-schliesslich durch aktive Obermilitärärzte besetzt, zur Ueber-nehmung von Feld-Regimentsarztstellen geeignete Stabsärzteund zur Besetzung der Feld-Bataillonsarzt- etc. Stellennöthigenfalls Assistenzärzte verwendet werden. Zur Be-setzung der garnisonärztlichen und der anstaltsärztlichenStellen sowie derjenigen der stellvertretenden Korpsärzte,der Ersatz- und Besatzungs-Truppenärzte verblieben dienur noch garnisondienstfähigen Aerzte des aktiven Dienst-standes (etwa 5 pCt. des letzteren), demnächst die Aerztedes Beurlaubtenstandes, die verabschiedeten Militärärzte,die Aerzte der Ersatzreserve und Civilärzte, letztere imKontraktsverhältniss, endlich zur Sicherstellung des assistenz-ärztlichen Dienstes bei den Ersatz- und Besatzungstruppen,den Kriegs- und Reservelazarcthen, nöthigenfalls auch die in denletzten Studiensemestern befindlichen Studirenden der Medizin.

Behufs Gewinnung des noch vorhandenen Bedarfs er-liess der Korps-Generalarzt Dr. Roth, in ähnlicher Weisewie es in Preussen geschah, noch am ersten Mobilmachungs-tage einen Aufruf an die Civilärzte und an die Studirendender Medizin, in welchem den letzteren die Stellung vonUnterärzten mit den Kompetenzen der Assistenzärzte, denersteren die Anstellung in dirigirenden, ordinirenden undassistirenden Stellungen gegen tägliche Diäten für denFall der Dienstleistung angeboten wurde.

In Folge dieses Aufrufes traten aus dem Civil in derZeit vom IG. bis 31. Juli 18?0 in das Sanitätskorps über:

2 ältere Civilärzte als Stabsärzte,

21 Aerzte als Assistenzärzte, darunter 2 bisherige Militär-Stipendiaten,

68 Studenten der Medizin als Unterärzte, darunter 3 Militär-Stipendiaten,

2 einjäh rig freiwillige Aerzte,

93 Aerzte.

s ) Vergl. zu dem Folgenden Beilage ti und 7.

Dazu 3 Professoren der Universität Leipzig als kon|sultirende Chirurgen.

Ausser diesen in das Sanitätskorps Uebernoinmenen'boten in den Tagen bis zum 31. Juli 1870 164 ärztlicheKräfte, und zwar 18 gewesene Militärärzte, 4 Professoren,105 approbirte Aerzte einschl. 5 Oesterreicher, 13 Aerzt*IL und III. Klasse und 24 Studirende der Medizin einschl.eines solchen aus der Schweiz und zwei aus Oesterreichtheils für das Feld theils für die Heimath ihren Beistand an.

Mit Hilfe dieses Zuwachses konnten die feldärztlichenStellen in ihrer vollen Zahl besetzt werden. Es konntensogar 3 bisher aktive aber felddienstunfähige Oberstabs-ärzte pensionirt und dieselben nebst 2 anderen älterenaktiven Oberstabsärzten, 1 aktiven Stabsarzt, 3 aktivenAssistenzärzten und 4 aktiven Unterärzten dem stellver-tretenden Korpsarzte für Reservelazarethe, für die garnison-ärztlichen Stellen, Besatzungs-Bataillone und Militäranstaltt»zur Verfügung gestellt werden.

Wegen der erreichten Etaterfüllung mussten atujeine Anzahl jüngerer Elemente, welche für eine künftigeVerwendung im Felde vorbestimmt wurden, zunächst imheimathlichen Gebiete beschäftigt werden. Dieselbenbildeten für die im Felde eintretenden Vakanzen einenwillkommenen Ersatzstamm. Im weiteren Verlaufe (vom!1. August ab) meldeten sich noch 128 ärztliche Personen.und zwar 84 approbirte Aerzte I. Klasse, 12 Aerzte 11und 111. Klasse und 32 Studirende der Medizin.

Sonach verfügte das Armeekorps gegenüber dem Sollbestände von 410 Aerzten über109 aktive Militärärzte,6 Militärärzte des Beurlaubtenstandes,93 neu zugegangene Militärärzte,

also 208 Mitglieder des Sanitätskorps,ferner über 1(54 während und

128 nach der Mobilisirung angemeldete,

in Summa 500 ärztliche Kräfte.

3. Die XXV. (Grossherzoglich Hessische) Division')

machte die Deckung folgenden etatsmässigen Personal-bedarfes erforderlich:

a. An dirigirendem ärztlichen Personal für das Feld:

1 Divisionsarzt,1 Feldlazareth-Direktor,für die Heimath:

1 stellvertretenden Divisionsarzt.

b. An ordinirendem ärztlichen Personal:

30 für das Feld,4 für immobile Formationen.

c. An assistirendem ärztlichen Personal:

50 für das Feld,

10 für immobile Formationen

In Summa 82 mobile und15 immobile

Der Bedarfgedeckt, der mobvon 17 Aerzten i

Der Kriegsetietat. Da in liesStandes vorhandeiangängig durch Agedeckt werden,Ausfall gelang.

In Hessen wAerzten versorgt.Feldlazarethen 2 imit 1 Arzte ins 1sollten die TrupjLazarethe komma

Auch das lhnur 4 Assistenzäi

Am 15. Juli vArmee

175 Aerzt«297 einjähiDemgegenübein Bedarf von 4

mobile Armee . .Ersatztruppen . .Besatzungstruppen .immobilen Stellen .

Zusammen 97 Aerzte.

SumiDen spezielL

Vergl. Beilage 8. Siehe auch Anmerkung 9.

!) Zu dem Fol