Druckschrift 
Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

m^

Band I.

i Yilliers.

td der Beschiessung von

i Araiens.

i St. Quentin.

Uoulmiers.

bei Beaune la Rolande.

i LoignyPoupry.der Schlacht bei Beau-

ir Le Maus.

Erstes Kapitel.Sanitätspersonal und Sanitätsausrüstung der Deutschen Heere.

Erster Abschnitt.Mobilmachung" des Sanitätswesens. Sanitätspersonal.

I. Norddeutscher Bund.

Mobilmachungsverfahren.

Als am IG. Juli 1870 der Befehl zur MobilmachungGer Armee erging und damit in allen Deutschen Gauenine rastlose Thätigkeit eingeleitet ward, welche keinknderes Ziel kannte, als dem die vaterländischen Grenzenbedrohenden mächtigen Gegner ein mit allen Kriegs-erfordernissen ausgerüstetes Heer schleunigst entgegen-zustellen, galt es auch, mit der Bereitstellung derjenigenMittel nicht zurückzubleiben, welche dazu dienen sollten,einerseits das Loos des Einzelnen zu erleichtern, wennVerwundung oder Krankheit ihn zur weiteren Theilnahmean den Kriegsoperationen unfähig macht, andererseits diegesammte Armee vor dem Umsichgreifen verheerenderKrankheiten thunlichst zu bewahren.

Die oberste Heeresleitung hatte auch diesem Zweigedes Armeedienstes dem Feld-Sanitätswesen schon imFrieden eine ausgedehnte Fürsorge zu Theil werden lassen.Unter Benutzung der Kriegserfahrung aus dem Jahre 1866jwaren die Grundsätze und Regeln für die Ausübung desSanitätsdienstes im Kriege in derInstruktion über dasanitätswesen der Armee im Felde vom 29. April 1869"znsammengefasst. Wichtige Formationen waren durch die-selbe neu brganisirt, die Anordnungen betreffs der Art

Sanitjt«-HerieM ul.er die Deutschen Heere 1870/71. I. Bd.

ihrer Mobilisirung in dem Mobilmachungsplan getroffen;das Feld-Sanitätsmaterial war an geeigneten Punktenvorwiegend in den Traindepots und in den Garnison-lazarethen der Korps-Stabsquartiere niedergelegt, dasSanitätspersonal durch die von den Korps-Generalärztenwie alljährlich so auch für das Jahr 1870 ausgearbeitetenMobilmachungslisten vertheilt. Als der Kriegsfall eintrat,kam es nunmehr darauf an, das in der Ruhe des FriedensVorbereitete trotz der Plötzlichkeit der Ereignisse schnellund sicher ins Leben treten zu lassen.

Nachdem die bei den einzelnen Armeekorps ent-worfenen ärztlichen Mobilmachungs-Ranglisten seitens desGeneralstabsarztes der Armee genehmigt und von denGeneralkommandos bestätigt waren, traten die Militärärztedes aktiven Dienststandes sofort in ihre Feldstellen ein;ebenso wurden die durch die Landwehr-Bezirkskommandoseinberufenen Aerzte des Beurlaubtenstandes ungesäumt den-jenigen Truppentheilen oder Feldformationen zugewiesen,für welche sie bereits im Frieden designirt waren. DieStellenbesetzung brachte manche Schwierigkeit mit sich,namentlich wegen der mannigfachen Rücksichten, welchebei der Versorgung zahlreicher Feldstellen, insbesonderebei den für das Kriegsverhältniss vorgesehenen Sanitäts-formationen beobachtet werden mussten. Die eigenartigeStellung der Chefärzte der Feldlazarethe, bei welchen einevollkommene Vertrautheit mit den militärischen und ad-

1