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Die mittelniederdeutsche Literatur des 14./15. Jahrhunderts
dramatischen Technik und in der ausgeprägten Charakterisierung der Per-sonen, besonders der schon durch ihre Namen humoristisch gestempeltenTeufel. — Ein Passions- oder Osterspiel s. Borchling, Nd. Jb. 23, 120.
Theophilus, 1 der aus der Faustsage bekannte Teufelsbündler, der sichaus gekränktem Ehrgeiz — er wird als Mönch nach dem Tode des Bischofsnicht zu dessen Nachfolger gewählt — dem Teufel verschreibt; er erhält aber,nachdem er sich bekehrt hat, durch die Fürbitte der Jungfrau Maria dieGnade Christi. Drei Handschriften aus dem 15. Jh., die drei verschiedeneFassungen darbieten: Helmstedt-Wolfenbüttler Hs., 745 V.; StockholmerHs., 994 V.; Trierer Hs., 824 V. Lateinische Quelle.
Das Sünden fall genannte geistliche Spiel des Priesters Arnold us von Im-messen 2 aus Einbeck, verf. um 1460, beginnt mit dem Fall Lucifers; eine Reihehervorragender Gestalten des Alten Testamentes treten auf, die DarstellungMaria im Tempel bildet den Abschluß. Die wichtigste Rolle fällt der Person derJungfrau Maria zu. Auch dieser Dichter verfügt über dramatische Begabung.
1851; Carl Schröder, Red. Osterspiel nebstEinleitung u. Anmerk., 1893, dazu Jelling-haus, ZfdPh. 27, 136, Seelmann, DLz. 1893,367 ff., Weinhold, Aren. 90, 419; R. Fro-ning, D. Drama d. MA.s, Kürschners Dt. Nat-Litt. Bd. 14, 1891, 107-98; Faksimile Ausg.:Albert Freybe, Die Hs. des Red. Oster-spiels in Lichtdruck hgb., 1892; Gust. Struck,Red. O. übertragen, 1920; E. Boldt, Dat Red.Osterspill von 1464 oewerdragen ... in Mäkel-börger Platt, 1928, dazu Strauch, ZfdPh.53,205 f.; A. Schöne, Deutsche Altertümer imMecklenburger Osterspiel, 1887; Weinhold,Archiv 90, 419; C. Schröder, Üb. d. Red.Spiel, Nd. Kbl. 15, 33-37; Ders., Zum Red.Spiel, Germ. 14, 181-96; Liebrecht, ebda456 f.; Fritz Drosihn, Progr. Neustettin1866; Ders., ZfdPh. 4,400-406; F. Woesteebda 8, 106-109; Priebsch, Deutsche Hss. inEngland 2 S. 218-23; A. Schöne, Zum Red.Ost., Zd. f. d. dt. Unt. 7 H. 1; W. Kohl-schmidt, ebda 4; W. Gehl, Metrik des Red.Ost., Rost. Diss. 1923; Ders., Nd. Kbl. 39,46 f.; Willy Krogmann, Die zweite weiblicheRolle im Red. O., ZfdPh. 53, 135-43; Rosen-hagen, D. Red. O. im Zusammenhang mit d.geistl. Schauspiel der Zeit, Nd. Jb. 51, 91-103,dazu Nd. Kbl. 40, 16; Elisab. Spener, DieEntstehg. des Red. O., Marbg. Diss. 1922ungedruckt; Erich Krüger, Eine Eigen-tümlichkeit des komischen Gehaltes in d. nd.geistl. Spielen d. MA.s, insbesondere im Red. 0.,Nd. Kbl. 45 H. 1/2; Stellen: Nd. Kbl. 18, 24 f.33-37. 23, 45 f. 25,9. 94. 26,23. 37, 18, Nd.Jb. 16,44-53. 116-28. 128-39. 21, 132-44. 27,145^9; ZfdPh. 27,301-08.561-63.34,562. —Oesterley S.69-72; Stammler, Mnd. Leseb.Nr. 72 S. 109-16 u. Anm. S. 145 f. (Lit.).1 Ausg.: L. Ettmüller, Theophilus, derFaust des Mittelalters, 1849 (Helmstädter Hs.);Hoffmann v. Fallersleben, 1853 (Trierer
Hs.); Bohn, Monatshefte f. Musikgesch. IX,1877 (Trierer Hs.); Dasend, Theoph. Icelan-dic, low German and other tongues, London1845 (Stockholmer Hs.); Hoffmann v. Fal-lersleben. Theoph., nd. Schauspiel in zweiFortsetzungen, 1854 (Stockholmer u. TriererHs.); Rob. Petsch, Theoph. mnd. Drama indrei Fassungen hgb. 1908; Chr. Sarauw, Dasnd. Spiel v. Theophilus, Det kg. danske vi-denskabenes selsk. histor.-filol. meddedelelserVIII, 3, 1923. — Joh. Wedde, Theoph. über-setzt, 1888. — K. Sass, Üb. d. Verhältnis derRecensionen des nd. Spieles von Theoph.,Leipz. Diss. 1879, dazu Lambel, Germ. 26,370-74; A. Reichl, Die Beziehungen zwischenTh. Schernberks „spil von fraw Jutten" u.dem nd. „Theophilus", Progr. Arnau 1890;Stellen: Nd. Kbl. 31, 78 f. — OesterleyS. 77 f.; Goedeke S. 474; Creizenach, Gesch.d. neueren Dramas I 2 , 1911, 239-41; Stamm-ler, Gesch. d. nd. Lit. S. 66; Walth. Rehm,D. Todesgedanke in d. dt. Dichtg., 1928, 80 f.— s. ob. Relig.Drama.2 Ausg.: O. Schönemann, Der Sündenfall u.Marienklage, 1855; Friedr. Krage, Der Sün-denfall mit Einl. usw. hgb. 1913. — Oester-ley 2 S. 72-75; Sprenger, Nd. Jb. 14, 148-53(Stelle); F. Krage, Zu Arn. Immessen, Nd.Kbl. 34, 28; Ders., Zum Sündenfall, Nd. Kbl.39, 37 f.; Ders., Zur Heimatbestimmung Arn.Immessens, ebda 35,43^8; Ders., Vorarbeitenzu einer Neuausgabe von Arn. Imm., Rost.Diss. 1912; Eduard Damköhler, Zum Sünden-fall, Nd. Jb. 15,72-84; Nd. Kbl. 47, 65-68;Gust. Rosenhagen, Die Wolfenbütteler Spieleu. d. Spiel des Arn. v. Imm., Festschr. Borch-ling 1932, 78-90. — Creizenach, Gesch. d. dt.Dramas I 2 , 199 Anm. 2.182. 210. 235; Stamm-ler, Das religiöse Drama, Deutschkundl. Bü-cherei 1925 S.37.