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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Meister Eckhart 615

wie Eckhart von Gründig (Traktat von der wirkenden u. möglichen Vernunft), Preger aaO.II, 143 ff.; Ders., Münch. SB. 1871, H. 1.2, 176-89; Strauch, ZfdPh. 54, 291 ff.; Stammler,Arch. f. Religionswissensch. 21, 1922, 122; Jos. Koch aaO. Johannes Franke (JohannFranco), 5 Predigten im Paradisus animae, Strauch, Dt. Texte des MA.s aaO.; Hans Neumann,Johannes Franke, Stammler, Verf.lex. 1, 639; Stammler, Der von Franken, ebda. Floren-tius von Utrecht, 3 Predigten im Paradisus animae, Stammler, Verf.lex. 1,623; Unter unmittel-barer Einwirkung Eckharts steht der Verf. vonDas Büchlein vom vollkommenen Le-ben, eine deutsche Theologie", hgb. H. Büttner, 1907 (Verf. war Deutschordensherr zu Frank-furt a. M., schrieb um 1350).

Eckehart, oder Eckhart, ist aus ritterlichem Geschlecht um 1260 zuHochheim bei Gotha geboren 1 und machte die hohen Schulen der Theologiein Straßburg und Köln durch, auch die in Paris, wo er 1300-02 Vorlesungenhielt; er wurde, nachdem er das theologische Lehramt (Lesemeister") erhaltenhatte, Leiter der Ordensprovinz Sachsen, 1304-12. Er war der angesehensteTheologe und gefeiertste Lehrer Deutschlands. Aber seine Lehre, durch dieer die Herzen des Volkes gewann, wurde von den Weltgeistlichen angefeindet,weil er die Herzen der Einfältigen vergifte". 2 Die Inquisition schritt 1326gegen ihn als einen Verbreiter ketzerischer Lehren ein, und während des Strei-tes starb er im Jahre 1327. Eine päpstliche Bulle verurteilte 1329 einen großenTeil seiner Sätze als ketzerisch.

Über den deutschen Werken Meister Eckharts schwebt ein Verhängnis. Seinwirkliches Eigentum ist von der Forschung noch gar nicht sicher festgestellt. 3Aber um einen festen Boden zu haben, wird man für die Beurteilung vonEckharts Werk und Lehre doch die ganze überlieferte Sammlung von Predig-ten und Traktaten in Anspruch nehmen und besonders auch seine lateinischenSchriften. Die Gesamtheit der von Pfeiffer herausgegebenen Predigten undTraktate gibt zusammen mit den lateinischen Schriften doch ein vollständiges,abgeschlossenes mystisches System. Eckehart fußt als Theologe aufThomas von Aquino; der Inhalt der speziell mystischen Seite seiner Lehreist in den Hauptzügen folgender: Im Mittelpunkt steht die Wesenseinheit derSeele mit Gott, zu ihm führt der mystische Heilsweg, das Ziel ist die unmittel-bare Anschauung Gottes und Vereinigung mit Gott. Das Erkennen, die Ver-

1 Denifle, Die Heimat Meister Eckeharts, 129-268; dazu Günther Müller, DLz. 1928,Arch. f. Litt. u. Kirchengesch. d. MA. s. 5, 1890, 1256-61; Thery, Contribution ä l'histoire du349-64; P. Ehwald, Die Heimat des Meisters proces d'Eckhart (1325-26), Extrait deLaEckart, Mitt. d. Ver. f. Gothaer Gesch. u. vie spirituelle", 1926, dazu Günther MüllerAltertumskunde, 1901, 193-97; A. Pümme- aaO.; Otto Karrer u. Herma Piesch, M.rer, D. gegenwärtige Stand der Eckartfor- Eckeharts Rechtfertigungsschrift vom Jahreschung I, M. Eckharts Lebensgang, Progr. 1326, übersetzt 1927, dazu Strauch, DLz.Feldkirch 1903. 1928, 401-05, Ders., ZfdPh. 53, 401-05.

2 P. Augustinus Daniels f, Eine lat. Recht- 3 Adolf Spamer, Zur Überlieferung derfertigungsschrift des Meister Eckhart hgb. mit Pfeifferschen Eckeharttexte, Beitr. 34, 306einem Geleitwort von Clemens Baeumker, bis 420; Behaghel, ebda S. 530-52. SpamerBeiträge z. Gesch. d. Philos. des MA.s, 1923, u. Behaghel halten nur Traktat V (das Buchdazu Günther Müller, Anz. 44, 35-37; Jos. der göttlichen Tröstung, gotlichen trwstunge)Bernhart, Dt. Vjschr. 2, 1924, 309-15; G. und allenfalls XVII (Reden der Unterschei-Thery, Edition critique des pieces relatives düng, unterscheidunge) für echt; s. auch Ernstau proces d'Eckhart usw., Archives d'Histoire Diederichs, Meister EckhartsReden derDoctrinale et LitteraireduMoyenÄge I, 1926, Unterscheidung", Diss. Halle 1912.